Argumentationshilfen

Im Folgenden seht Ihr die gängigsten Argumente der Atombefürworter. Wir zeigen Euch, wie ihr darauf reagieren könnt, mit schlüssigen und belegbaren Fakten. Überzeugt so Eure Mitmenschen Atomstromanbietern die rote Karte zu zeigen und Ökostrom zu beziehen.

 

"Deutsche Atomkraftwerke sind sicher"

Atomkraftwerke werden weltweit im Durchschnitt nach ca. 20 Jahren stillgelegt, da Alterungseffekte und Materialermüdung die Anzahl der Störfälle drastisch erhöht. Jedes Jahr werden den zuständigen Behörden mehrere Hundert Störfälle gemeldet.

Viele deutsche Kraftwerke sind auch nicht ausreichend gegen Hochwasser, Erdbeben, Flugzeugabstürze und Terrorangriffe geschützt.

 

"Atomkraft wird als Brückentechnologie benötigt"

Atomkraft blockiert den Ausbau der erneuerbaren Energien.Da sie nicht flexibel ist und eine gleichmäßige Strommenge (Grundlast) produziert, kann ihre Leistung nicht an die schwankenden Einspeisungen von Wind und Sonne angepasst werden. Als Brückentechnologie sind vielmehr Kraftwerke nötig, die flexibel zu- und abgeschaltet werden können, z.B. Gaskraftwerke.

 

"Ohne Laufzeitverlängerung entsteht eine Stromlücke"

Deutschland ist eine Strom-Export Nation, daher ist die Furcht vor einer Stromlücke unbegründet. Im ersten Quartal 2010 lieferte die BRD über 18 Millionen Kilowattstunden ins Ausland, nur 9 Millionen Kilowattstunden wurden importiert, somit wurden 6,7% mehr Strom produziert als in Deutschland benötigt (Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanz).

 

 

"Atomkraft produziert billigen Strom"

Die abgeschrieben, hochsubventionierten Kraftwerke können günstigen Strom produzieren. Die Preise werden jedoch nicht an den Kunden weitergegeben, da der Strom an der Leipziger Strombörse gehandelt wird. Der Preis dort orientiert sich an dem Strom mit den höchsten Produktionskosten. Die Differenz kommt einzig und allein den Stromanbietern zugute. In jeden Jahr erwirtschaften die Konzerne durch die Laufzeitverlängerung einen Gewinn von über 10 Milliarden Euro, ein Kraftwerk  wirf am Tag über eine Million Euro ab.

Atomstrom ist nur so günstig, weil er massiv subventioniert ist. Seit Beginn der Stromproduktion in Deutschland wurden über 60 Milliarden Euro Steuergelder in die Atomenergie gesteckt (z.B. 20 Mrd. für Forschungsreaktoren).

Eine Senkung der Strompreise wäre nur durch mehr Wettbewerb möglich, die Laufzeitverlängerungen festigen jedoch die Quasi-Gebietsmonopole der großen Anbieter.

 

"Atomenergie ist nicht gesundheitsgefährdend"

Eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz belegt, dass für Kinder ein höheres Risiko einer Erkrankung an Leukämie besteht, je näher sie an einem Atomkraftwerk wohnen.

 

"Atomenergie ist eine heimische Energiequelle"

Uran ist ein endlicher Rohstoff der importiert werden muss. Laut Greenpeace steht Uran höchstens noch 65 Jahre zur Verfügung, da einige Länder ihre Atomprogramme mächtig ausbauen, wahrscheinlich sehr viel kürzer. Daher drohen Verteilungskonflikte und ein Preisanstieg. Deutschland ist somit abhängig von Importen, ein Ausbau der Erneuerbaren Energien würde diese Abhängigkeit auflösen.

 

"Atomkraft rettet das Klima"

Da weltweit nur 3% der Strommenge aus Atomenergie gewonnen werden, kann sie nicht die Lösung des globalen Klimawandels sein.

Atomkraftwerke produzieren keinen klimaneutralen Strom, da die Gewinnung von Uran sehr energieaufwendig ist.  Windenergie und moderne Gaswerke mit Kraft-Wärme-Kopplung haben einen deutlich geringeren CO2 Ausstoß.

Die Lösung für die Klimakriese wäre eine dezentrale Energieversorgung und nicht die Struktur von wenigen Großkraftwerken.

 

"Die Endlagerung ist gesichert"

Jedes Jahr fällt in Deutschland ca. 450 Tonnen radioaktiver Müll an, der ca. eine Million Jahre strahlt und somit sicher gelagert werden muss. Noch immer gibt es kein sicheres Endlager.

So ist z.B. der Salzstock Asse, welcher als Endlager dienen soll, in einem bedrohlichen Zustand. Wasser dringt ein und es besteht die Gefahr, dass radioaktive Rückstände ins Grundwasser gelangen. Das Endlager muss mit etlichen Steuermilliarden grundsaniert werden.

 

"Atomkraft erhält Arbeitsplätze"

In der Atomindustrie arbeiten ca. 30.000 Beschäftige. In den Branchen der Erneuerbaren Energien sind bereits über 280.000 Menschen beschäftigt, bis 2020 kann diese Zahl auf 400.000 steigen. Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass bei einem kontinuierlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien bis zu 1.000.000 Menschen einen Arbeitsplatz erhalten können. 

 

 

Weitere Infos zum Thema Atom:

www.campact.de

www.ausgestrahlt.de

www.bund.de

www.greenpeace.de

KONTAKT

Stephan Barthelme

Bundesvorsitzender

Tel. 0 22 24.94 65-25

s.barthelme(at)kljb.org

Manuela Vosen

Referentin für Ökologie

Tel. 0 22 24.94 65-23

m.vosen(at)kljb.org

Marion Pinnen

Sekretariat

Tel. 0 22 24.94 65-21

m.pinnen(at)kljb.org