Mittwoch, 03. Mai 2017

Vielfalt in der Jugendarbeit

"Tacheles!"-Studientag in Frankfurt

Gruppenfoto der TeilnehmerInnen des Studientages von BDAJ und KLJB

Bad Honnef-Rhöndorf, 03. Mai 2017. Am vergangenen Wochenende fand ein Studientag der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) und des Bundes der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland (BDAJ) zu ihrem Kooperationsprojekt "Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus" statt. Die rund 25 Teilnehmenden haben sich dabei in Frankfurt intensiv mit dem Thema Extremismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auseinandergesetzt.

 

"Bei dem Studientag haben wir auf die Ergebnisse unserer großen Umfrage geschaut und was diese für unsere Verbandsarbeit bedeuten", erläutert Daniel Steiger, KLJB-Bundesseelsorger. "Dabei war es vor allem spannend zu sehen, dass sich in unseren beiden Verbänden zwar überwiegend weltoffene Einstellungen wiederfinden, es jedoch auch bei uns noch großen Bedarf gibt, an den Facetten von Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu arbeiten. Vielfalt als Schlüssel für Toleranz wird in unseren Verbänden bereits gelebt und vermittelt. Aber auch bei KLJB und BDAJ finden sich tradierte Meinungen, die ein friedliches Miteinander gefährden", so Daniel Steiger. Mit der Umfrage haben sich die beiden Verbände wissenschaftliche Unterstützung ins Boot geholt. Erziehungswissenschaftler Michael Müller von der Universität Siegen hat die Ergebnisse empirisch ausgewertet. "Die Teilnehmenden sind bildungsorientiert und recht wenig abwertend eingestellt. Es lohnt sich aber, genauer hinzusehen. Ursachen für abwertende Einstellungen sind auch bei den Mitgliedern der Jugendverbände ähnlich wie in der Gesamtbevölkerung. Noch fehlende thematische Lücken können und sollten durch weitere Bildungsangebote geschlossen werden", erläutert er in seinem Vortrag.

 

Die Methode der empirischen Analyse ist in der Jugendverbandsarbeit noch nicht etabliert. "Rückmeldung und Feedback wird meistens über Evaluationsbögen im Anschluss an unsere Veranstaltungen gegeben. Mit der analytischen Herangehensweise an das Thema wollten wir konkrete Ergebnisse erhalten, die in die weitere Arbeit des ‚Tacheles!‘-Projekts einfließen wird", erklärt Duygu Yücel, BDAJ-Bundesvorsitzende. Auch bei den Teilnehmenden stieß die Methode auf positive Resonanz. "Für mich war es besonders erkenntnisreich zu sehen, wie durch die Analyse Zusammenhänge sichtbar gemacht werden können, über die man sich zuvor keine Gedanken gemacht hat. Auf diese Ergebnisse können wir uns nun jeder Zeit innerverbandlich berufen und haben eine Art wissenschaftliche Basis", resümiert BDAJ-Generalsekretärin Ruken Ince.

 

In einem Workshop konnten sich die Teilnehmenden mit der Frage "Theorie ist schön und gut, aber wie bekomme ich die Themen Antisemitismus, Populismus, Rassismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit an die Basis?" auseinandersetzen und eigene Projektideen spinnen. In der anschließenden Diskussionsrunde wurde dies noch vertieft.

 

Über das "Tacheles!"-Projekt

 "Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus" fördert Maßnahmen, die zu einer toleranten, pluralen und weltoffenen Gesellschaft beitragen, insbesondere zum Themenbereich Extremismus und Antisemitismus, und die von Ortsgruppen, Kreis- oder Diözesanverbänden eigenständig gestaltet werden können. Von Oktober 2016 bis Ende 2019 sollen im Rahmen des Projektes Maßnahmen stattfinden, die aufklären, Zeichen setzen und einen aktiven Beitrag für Vielfalt und gegen Extremismus und Antisemitismus leisten.

 

Mehr zu "Tacheles!" gibt es unter www.projekt-tacheles.de


Dateien:
jpg Tacheles-Studientag 4.1 M
pdf KLJB_PM08_Tacheles_Studientag 444 K



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