Freitag, 02. Juni 2017

So nicht, Herr Trump!

Die Welt muss beim Klimaschutz am Ball bleiben. Jetzt erst recht.

Bad Honnef-Rhöndorf, 02. Juni 2017. Nachdem Donald Trump gestern den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt hat, gilt es für den Rest der Welt, noch ambitionierter zu agieren. Deshalb fordert die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) die Bundesregierung auf, verstärkt für die Umsetzung des Abkommens einzutreten und mit gutem Beispiel voranzugehen. Mit dem Ausstieg aus dem Klimavertrag schadet der US-Präsident vor allem seinem eigenem Land: Ganz im Gegenteil zu Trumps Einschätzung schadet das Abkommen nicht der Wirtschaft, denn die Erneuerbaren Energien sind ein Jobmotor und bieten in den USA mehr Arbeitsplätze als fossile Energiequellen. Gleichzeitig können die Stromentstehungskosten der Erneuerbaren mit denen konventioneller Energiequellen mithalten.

 

Um auf internationaler Ebene wieder zum Vorreiter in Klimaschutz und Energiewende zu werden, ist es für die nächste Bundesregierung unerlässlich, ein Klimaschutzgesetz im Koalitionsvertrag festzuhalten und dieses schnellstmöglich zu realisieren. „Der wichtigste nächste Schritt ist dabei der Kohleausstieg“, fordert KLJB-Bundesvorsitzender Stephan Barthelme. „Gerade aus Sicht junger Menschen ist es unverantwortlich, weiter in Energien zu investieren, die unbestritten klimaschädlich sind und den Weltklimavertrag konterkarieren.“ Die Kohleverstromung verursacht in Europa jährlich Gesundheitsschäden in Milliardenhöhe und für die Kohlegewinnung werden in vielen Teilen der Welt Menschen und Umwelt ausgebeutet. „Die Umsiedlungen von Menschen sowie die Menschenrechtsverletzungen beim Abbau fossiler Energieträger müssen dringend beendet werden“, so Stephan Barthelme. Er erklärt, dass fünf der sechs klimaschädlichsten Kohlekraftwerke in Deutschland stehen. Diese müssen bis 2025 abgeschaltet werden.

 

Energiewende jetzt vorantreiben und Kohleausstieg beschleunigen

Obwohl der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung der Bundesrepublik zunimmt, ist auch die Einfuhr von Steinkohle laut einer Meldung des Deutschen Bundestags von 1.205,1 PJ im Jahr 2010 auf 1.456 PJ im Jahr 2015 angestiegen. Stephan Barthelme ergänzt „Derzeit importieren wir Kohle, um durchschnittlich acht Prozent unseres Stromes zu exportieren. Das müssen wir ändern und Erneuerbaren Energien endlich vollständig den Vorrang geben.“ Es sei eine vollkommene Fehlentwicklung, dass zum Teil klimafreundliche Energietechnik abgeregelt wird, damit Kohlekraftwerke weiter dem Klima schaden können. Deshalb fordert die KLJB einen vollständigen Ausstieg aus der Kohleverstromung in Deutschland bis 2040. Laut Stephan Barthelme können nur so die nationalen Klimaziele erreicht werden. Ohne einen strukturierten Kohleausstieg wird auch das internationale Zwei-Grad-Limit überschritten.

 

Als Beispiel vorangehen

Außerdem fordert die KLJB einen verstärkten Fokus der deutschen Klimapolitik auf den Mobilitätssektor. Der Ausbau des Schienenverkehrs und des ÖPNVs soll vorangetrieben und der Radverkehr gefördert werden. Die Bedeutung des Klimaschutzes und die deutschen Ambitionen müssen auch in der internationalen Politik deutlich werden. Wenn zum G20-Gipfel im Juni und zur UN-Klimakonferenz im November Vertreterinnen und Vertreter aus vielen Teilen der Welt nach Deutschland kommen, muss die Bedeutung des Klimaschutzes für Deutschland, Europa und die Welt im Fokus stehen. Auch wenn die USA mit Trump nur aus dem Pariser Abkommen, nicht aber aus dem UN-Klimarahmenvertrag ausgetreten sind – mitverhandeln dürfen sie jetzt nicht mehr. Stephan Barthelme fordert für die KLJB:  „Wenn Donald Trump beim Klima nachverhandeln will, dann muss die deutsche und europäische Politik klare Kante zeigen und darf in ihrem Ambitionsniveau nicht nachlassen, so wie das gestern Frankreich, Italien und Deutschland in einer ersten gemeinsamen Reaktion bereits erklärt haben. Es muss deutlich werden: Gemeinsam können wir den globalen Klimawandel begrenzen – auch ohne Trump.“


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