Donnerstag, 05. Mai 2011

Erfolgreicher LamuLamu-Dialog

Ergebnisse der KLJB-Reise nach Kenia: Konstruktive Ideen für die öko-faire Textilmarke LamuLamu

KLJB-Delegation mit Näherinnen und Nähern der LamuLamu-Konfektionsfirma Kiboko in Nairobi

Bad Honnef-Rhöndorf, 5. Mai 2011. Mit vielen frischen Ideen für die verbandseigene öko-faire Textilproduktion ist eine fünfköpfige Delegation der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) von einer zweiwöchigen Keniareise zurückgekehrt. Vom 17. April bis 1. Mai haben fünf junge Erwachsene die Konfektionierungsfirma der KLJB-Textilmarke LamuLamu in Ostafrika besucht und gemeinsam mit den Arbeitenden Verbesserungsvorschläge für die Fairtrade-Prämie des Labels erarbeitet. Dazu führten die KLJB-Mitglieder  Interviews mit den Arbeitenden vor Ort und diskutierten die Ergebnisse in einem deutsch-kenianischen Zukunfts-Workshop.

 

„Die Gespräche haben gezeigt, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter die Fairtrade-Prämie sinnvoll nutzen“, fasst der KLJB-Bundesvorsitzende Klaus Settele zusammen. Derzeit fließt von jedem in Deutschland verkauften Kleidungsstück 50 Cent in einen Sozialfonds für Kleinkredite, die vorrangig für Anschaffungen, Landkauf oder Schulgebühren verwendet werden. „Gemeinsam haben wir jedoch festgestellt, dass die Wirkung und der Einsatz der Mikrokredite verbessert werden könnten, wenn es zusätzliche Beratungs- und Trainingsangebote gäbe“, erklärt Settele. So gebe es nun beispielsweise die Überlegung, eigens für diese Tätigkeit eine Sozialarbeiterin oder einen Sozialarbeiter einzustellen.

 

Die Fairtrade-Prämie kommt bisher hauptsächlich den Arbeitenden der Konfektionsfirma Kiboko in Nairobi zugute. „Wir haben Ideen gesponnen, wie die Prämie auf weitere Teile der Wertschöpfungskette ausgeweitet werden könnte“, erläutert Settele. Langfristiges Ziel sei es, dass auch die Arbeitenden in anderen Bereichen – insbesondere beim Baumwoll-Anbau – von den Mikrokrediten profitieren.

 

Im Anschluss an die Gespräche in Nairobi reiste die Gruppe auf die kleine kenianische Insel Lamu im Indischen Ozean, die Namensgeberin des Textillabels. „Derzeit kommt unsere Biobaumwolle noch aus Tansania. Unsere Vision ist, mit unserer Textilproduktion den Biobaumwoll-Anbau in der Region Lamu zu fördern und damit eine noch bessere lokale Wertschöpfung zu erreichen“, sagt Settele. Damit würden Arbeitsplätze in der Region geschaffen und vor allem Jugendliche hätten konkrete Bleibeperspektiven vor Ort.


Die Teilnehmenden der Delegationsreise sind mit den Ergebnissen der Reise sehr zufrieden. „Wir haben den Kontakt zu den Arbeitenden bei Kiboko intensiviert, Verbindungen zu Bauwollbauern auf Lamu hergestellt und Kontakte im Bereich der Verbände und des kenianischen Landwirtschafsministerium geknüpft“, freut sich Nicole Arweiler aus Würzburg. „Fairer Handel heißt, ständig den Dialog zu suchen und gemeinsam an einer guten Lösung für alle zu arbeiten. Das ist uns mit der Reise gelungen“, ergänzt Jürgen Seeger aus Ortenberg im Wetteraukreis (Hessen). Nun gelte es, an allen Teilen der Wertschöpfungskette an diesem Musterprojekt öko-fairer Textilherstellung weiterzuarbeiten.

 

 

Hintergründe: Die KLJB und ihre öko-faire Textilmarke LamuLamu

Seit 1998 vertreibt die KLJB über das Label LamuLamu ökologisch und fair produzierte Textilien aus Ostafrika. Von Anfang an floss ein Teil des Verkaufspreises in einen Sozialfonds. Nach 13 Jahren hat der KLJB-Bundesarbeitskreis Internationale Entwicklung (BAKIE) die bisherige Praxis für die Landjugendverlag GmbH evaluiert. Nach rund neunmonatiger Vorbereitung reisten fünf BAKIE-Mitglieder für zwei Wochen nach Kenia: Manuel Benteler (Diözesanverband Paderborn), Nicole Arweiler (Diözesanverband Würzburg), Jürgen Seeger (Diözesanverband Mainz) und Susanne Rauh (KLJB-Referentin für Internationale Entwicklung an der KLJB-Bundesstelle) gemeinsam mit dem KLJB-Bundesvorsitzenden Klaus Settele.

 


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