Donnerstag, 09. Oktober 2014

KLJB: Frieden mit friedlichen Mitteln suchen

Appell an die Bundesregierung

Christopher Jonck www.jugendfotos.de

Bad Honnef-Rhöndorf, 9. Oktober: In vielen Ländern dieser Welt herrscht in diesem Moment Krieg. Tagtäglich schockieren uns neue Gewaltakte der Terrororganisation IS im Irak und in Syrien, aber auch in Israel und im Gazastreifen, in der Ukraine und in Nordafrika scheint Gewalt zurzeit das einzige Mittel zu sein. Rund 18 Millionen Menschen sind derzeit auf der Flucht, darunter viele Kinder und Jugendliche. Angesichts der schrecklichen Ereignisse, die die derzeitige weltpolitische Lage mit sich bringt, möchte der Bundesvorstand der Katholischen Landjugendbewegung seiner Sprachlosigkeit Ausdruck verleihen. Statt Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen, drängt der Jugendverband die Bundesregierung und den Bundestag, friedlichen Lösungen Vorrang zu geben und international darauf hinzuwirken.

 

Der KLJB ist bewusst, dass man die aktuelle weltpolitische Lage nicht schwarz-weiß zeichnen darf und dass einfach Lösungen nicht immer möglich sind. Dennoch warnt der Verband davor, der allgemeinen Stimmung, die geprägt ist von immer mehr Waffengewalt, anheimzufallen, statt zuerst alle friedlichen Mittel auszuloten. „Die Kirche hat den Auftrag, Jesu Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit in die Welt zu tragen. Darum müssen auch wir als kirchlicher Jugendverband immer wieder dafür beten und stets friedliche, gewaltfreie Lösungen einfordern. Wir sind wie der Papst der Meinung, dass zivile Mittel unbedingt ausgeschöpft werden müssen, bevor militärische überhaupt in Erwägung gezogen werden dürfen“, erklärt KLJB-Bundesseelsorger Daniel Steiger.

 

Die KLJB schließt sich damit einer Initiative des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) an und ersucht die Verantwortlichen in der Politik, umfassendere Lösungsansätze wie nichtmilitärische Konzepte zur schnellen und effektiven Hilfe für die Flüchtenden und für Wege auf einem späteren Friedensprozess zu suchen.

 

 

Die KLJB (Katholische Landjugendbewegung Deutschlands) ist ein Jugendverband mit bundesweit rund 70.000 Mitgliedern. Sie vertritt die Interessen Jugendlicher im ländlichen Raum und engagiert sich für eine aktive und lebendige Kirche. Als engagierte Christinnen und Christen gestalten Jugendliche in der KLJB die Zukunft der Gesellschaft mit und setzen sich für eine gerechte und zukunftsfähige Welt ein. Im Rahmen der MIJARC (Mouvement International de la Jeunesse Agricole et Rurale Catholique) setzt sich die KLJB auch weltweit für Solidarität und eine nachhaltige ländliche Entwicklung ein.

 

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Hinweis:

Auf Initiative des BDKJ NRW wurde der folgende Text an viele PolitikerInnen versendet. Um ein gemeinsames Zeichen der katholischen Jugendverbände zu setzen, hat sich der KLJB-Bundesvorstand dazu entschlossen, die Initiative zu unterstützen und gleichzeitig eine eigene Stellungnahme zu veröffentlichen:

 

Es herrscht Krieg. Sei es in Israel, in Syrien, im Irak, in der Ukraine, in Nigeria, Mali oder in vielen anderen Ländern. Kinder und Jugendliche, Jungen und Mädchen dienen als Schutzschilder, als Instrumente der Erpressung, als Soldatinnen und Soldaten und für die Fortsetzung des realen Krieges in den Medien.

Sie werden missbraucht, getötet und vertrieben. Sie verlieren ihre Mütter, Väter, Geschwister, ihre Heimat und ihre Seelen. Kinder und Jugendliche sind immer Opfer! Sie wollen keinen Krieg. Sie wollen keine Kriege um Staatsgrenzen, um ethnische Zugehörigkeiten, um Öl und andere Rohstoffe, keine Glaubenskriege und keine Kriege um Macht. Das sind die Kriege der Erwachsenen!

Als Bund der Deutschen Katholischen Jugend wollen wir die bedrückende Sprachlosigkeit, die seit Monaten angesichts der scheinbar kaum lösbaren Konflikte herrscht, durchbrechen. Dabei sind wir entschieden parteiisch für Kinder und Jugendliche.

Kinder und Jugendliche wollen Frieden. Sie wollen leben, spielen, lernen und in einer bunten Welt aufwachsen. Sie sehnen sich nach Frieden, nach Familie, Freunden und nach sicheren Orten. Sie wollen gesund aufwachsen und frei sein. Dies gilt für alle Kinder und Jugendliche, sei es in Israel, in Syrien, im Irak, in der Ukraine, in Nigeria, in Mali oder bei uns in Deutschland!

Und weil die Wünsche und Sehnsüchte der Kinder und Jugendlichen weltweit gleich sind, fordern wir auch die deutsche Regierung auf, die Logik des Krieges endlich zu durchbrechen und zurück zu kehren zu einer friedensorientierten Politik. Wir brauchen wieder den absoluten Vorrang für eine gewaltfreie und vor allem präventive Außenpolitik, die heranziehende Konflikte frühzeitig erkennt und ihnen mit friedlichen Mitteln entgegenwirkt.

Wir akzeptieren nicht, dass Kinder und Jugendliche in einem Deutschland aufwachsen, in dem sie sich für ihren Pazifismus und ihren sogenannten „kindlichen Wunsch nach Frieden“ rechtfertigen müssen. Rechtfertigen müssen sich vielmehr die Menschen, die so lange nichts tun, bis es vermeintlich zu spät ist. Unsere Vorstellung von Pazifismus beginnt nicht erst in der Ultima Ratio Diskussion, sondern setzt viel früher an. Uns geht es um die Einhaltung von Menschenrechten und der UN Kinderrechtskonvention, um Teilhabe und Gleichberechtigung, um eine gerechte Weltwirtschaft und nicht um Ausbeutung, um eine Demokratisierung, die mit Bildung einhergeht. Uns geht es um Respekt vor anderen Kulturen und Religionen.

Im Namen von Kindern und Jugendlichen fordern wir eine Außenpolitik, die die Menschenrechte in den Mittelpunkt stellt, den Schutz natürlicher Ressourcen vor wirtschaftliche Interessen einzelner setzt und präventiv mit friedlichen Mitteln Konflikten entgegenwirkt, bevor sie eskalieren.

Im  Namen von Kindern und Jugendlichen fordern wir den generellen Stopp von jeglichen Waffenexporten, vor allem von Kleinwaffen und den Export in Kriegs- und Krisengebieten – egal an wen dort.    

Im Namen von Kindern und Jugendlichen fordern wir die Einhaltung und Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention, besonders für die vielen Kinder und Jugendlichen, die derzeit in unser Land flüchten müssen.

Als BDKJ werden wir unseres dazu beitragen. An der Politik und deren Haltung gegenüber Frieden und gewaltfreien Konfliktlösungsansätzen müssen Sie etwas ändern.


Dateien:
pdf KLJB_PM24_Frieden_01 61 K