Frage: Wie sieht nach Ihrer Zielsetzung die Energieversorgung im Jahr 2050 aus (Gesamtenergieverbrauch inklusive Strom, Wärme, Verkehr, Produktion)?

Antworten


KLJB

Die Energieversorgung im Jahr 2050 muss vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Diese soll v. a. dort erzeugt werden, wo sie benötigt wird. Basis sind Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft, Geothermie sowie nachhaltig gewonnenes Gas. Fahrzeuge werden elektrisch oder mit Biogas bzw. -kraftstoffen betrieben. JedeR kann Energie selbst erzeugen – sei es durch die eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach oder durch die finanzielle Beteiligung an Gemeinschaftsanlagen. Effizienzsteigerungen sind unbedingt notwendig, denn die nachhaltigste Energie ist jene, die nicht verbraucht wird.

 

CDU/CSU

Unser erstes Ziel ist, dass viel weniger Energie verbraucht wird als heute. Durch konsequente Steigerung der Energieeffizienz und durch Energiesparen wollen wir erreichen, dass der Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2050 gegenüber 2008 um 50 Prozent sinkt. Einsparpotentiale bis zu 80 Prozent sehen wir vor allem bei Gebäuden und bis 40 Prozent im Verkehr. Bis 2050 sollen erneuerbare Energien 60 Prozent am Bruttoendenergieverbrauch erreichen. Zum Bruttostromverbrauch sollen sie mit einem Anteil von 80 Prozent beitragen.

 

SPD

Wir werden den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Umsetzung von Maßnahmen für höhere Energieeffizienz vorantreiben, indem wir 40 bis 45 Prozent Stromanteil durch Erneuerbare Energien und 25 Prozent durch Kraft-Wärme-Kopplung, insbesondere durch den Ausbau der Fernwärme bis zum Jahr 2020, anstreben, und bis 2030 75 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen gewinnen wollen. Mit dem ambitionierten Ziel bereits im 2030 wird jetzt die Notwendigkeit erzeugt, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen.

 

DIE LINKE

Der Energieverbrauch im Jahr 2050 erfolgt dezentral, zu über 90 Prozent aus erneuerbaren Energien, bei gleichzeitig drastisch verminderten Energieverbrauch. Die Stromversorgung wird schon lange vor 2050 vollständig auf vornehmlich erneuerbare Energien umgestellt sein. Der Restwärmebedarf des sanierten Gebäudebestandes wird erneuerbar erzeugt, in einigen denkmalgeschützten Häusern auch durch elektrische Heizungen gedeckt. Neubauten sind 2050 schon lange PlusEnergie-Häuser. Nur die Sektoren Verkehr und Industrie werden noch in geringem Umfang auf fossile Rohstoffe zurückgreifen müssen. Details zu unseren Vorstellungen für das Jahr 2050 sind nachzulesen unter www.plan-b-mitmachen.de.

 

FDP

Ziel liberaler Energiepolitik ist die Gewährleistung von Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit. Die Ereignisse von Fukushima haben die Koalition veranlasst, den Ausstieg aus der Kernkraft und den Umstieg auf Erneuerbare Energien zu beschleunigen. Nach wie vor legen wir als FDP ein besonderes Augenmerk auf die Stabilität der Stromnetze und die Wahrung der Versorgungssicherheit. Gleichzeitig achten wir darauf, dass Verbraucher und Verbraucherinnen und Unternehmen nicht durch unüberlegte und unrealistische Ziele überfordert werden. Damit der Umstieg gelingt, haben wir Maßnahmen zur Energieeffizienz und Förderung Erneuerbarer Energien getroffen. Der Netzausbau wird künftig schneller erfolgen, weil der Bund mehr Kompetenzen für die Planung von überregionalen Netzen bekommt.

 

Bündnis 90/Die Grünen

Wir wollen bereits im Jahr 2030 unsere Stromversorgung auf 100 Prozent erneuerbare Energien umgestellt haben. Wärme- und Verkehrssektor sollen 2040 folgen. So erreichen wir 2050 eine CO2-Einsparung von 95 Prozent. Steigende Preise für fossile Energieträger, Klimaschutz und internationale Konflikte um den Zugang zu Energieträgern sind Grund genug umzusteuern. Dabei müssen die Kosten fair verteilt sein; deshalb muss die Industrie ihren angemessenen Beitrag leisten. Für einkommensschwache Haushalte wollen wir – neben Mindestlohn und Anhebung des AGB-II-Satzes – einen drei Mrd. Euro schweren Energiesparfonds für energetische Modernisierungen, kostenfreie Energieberatungen oder die Anschaffung besonders sparsamer Geräte auflegen.

 

Piratenpartei

Wir möchten die Energiewirtschaft weitestgehend vollständig zu einem nachhaltigen, umweltschonenden, dezentralen und transparenten System umbauen. Wichtige Parameter sind dabei der Verzicht auf unnötigen Verbrauch sowie die soziale Verträglichkeit. Daher werden wir die Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen und Atomkraft durch nachhaltige und umweltschonende Ressourcen ersetzen. Dazu gehört auch der Ausbau von Verteilungsnetzen und Energiespeichern. Eine dezentrale Erzeugung wird dabei angestrebt.

 

FREIE WÄHLER

Bis 2050 wollen wir bis zu 100 Prozent unseren Energiebedarf durch erneuerbare/regenerative Energien abdecken, wobei die Faktoren Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Bezahlbarkeit immer in ihren Abhängigkeiten bei der Umsetzung berücksichtigt werden müssen. Generell lässt sich dieses Ziel durch Änderung des Energiekonsumverhaltens, durch Einsatz energieeffizienter Geräte und Erzeugung durch regenerative Energien erreichen. Intensive Forschungsförderung bedarf es in Bereichen wie Energiespeicherung, intelligente Stromnetze und der Elektromobilität, um unsere Energieversorgung für die Zukunft und in allen Bereichen sicher und finanzierbar zu machen.