Frage: Welche Ziele hat Ihre Partei in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit und welche Maßnahmen planen Sie, um diese zu erreichen?

ANTWORTEN:

 

KLJB

Konkret verankern wir Geschlechtergerechtigkeit in den Satzungen auf allen Ebenen. Leitungsgremien bestehen auf allen Verbandsebenen aus jungen Frauen und Männern. Sie nehmen gemeinsam Verantwortung wahr und sind so gleichermaßen an den Entscheidungen beteiligt. Damit ist sichergestellt, dass wir als Verband für alle attraktiv gestaltet sind. So sind wir Vorbilder und übernehmen Verantwortung für eine geschlechtergerechte und vielfältige Gesellschaft. Besonders innerkirchlich treten wir für eine Stärkung der Rolle von Frauen ein.

 

CDU/CSU

CDU und CSU wollen die Gleichberechtigung von Frau und Mann in allen Phasen ihres Lebenslaufs in einer partnerschaftlichen Gesellschaft verwirklichen.

Dazu gehören:

·         der Grundsatz der Entgeltgleichheit „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“,

·         die Förderung von Frauen in Führungspositionen und

·         der konsequente quantitative wie qualitative Ausbau der Kinderbetreuung

Wir planen:

·         den Anspruch auf Aufstockung nach einer familienbedingten Teilzeitbeschäftigung,

·         einen jährlichen Bericht über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und

·         die Mütterrente, d. h., die Rentenlücke für Mütter von vor 1992 geborenen Kindern zu schließen.

 

SPD

Nur eine gleichgestellte Gesellschaft ist eine moderne Gesellschaft.

Jeder Form des Sexismus und allen Formen von frauenverachtendem Verhalten und Gewalt gegen Frauen sagen wir den Kampf an:

·        gleiche Bezahlung für gleiche und gleichwertige Arbeit (Entgeltgleichheitsgesetz),

·        40-Prozent-Geschlechterquote für Aufsichtsräte und Vorstände börsennotierter und mitbestimmter Unternehmen,

·        verbindliche Regelungen für die Förderung von Frauen in allen Betriebshierarchien, in denen sie unterrepräsentiert sind, für die Privatwirtschaft und

·        für künftige Ehen ab einem Stichtag anstelle des Ehegattensplittings einen Partnerschaftstarif für Ehegatten.

 

DIE LINKE

DIE LINKE fordert:

  • Hinsichtlich der Partizipation von Frauen im Erwerbsleben steht DIE LINKE konsequent für Halbe-Halbe. Wir fordern endlich ein Gleichstellungsgesetz für die private Wirtschaft.
  • Keine staatliche Subvention des überholten Familienmodells mit dem Mann als Ernährer und der Frau als Hinzuverdienerin. Das Renten-, Steuer-, Sozial- und Familienrecht müssen reformiert werden.
  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Der bundesdeutsche Gender Pay Gap von 22 Prozent muss bekämpft werden, ein Mindestlohn eingeführt und Minijobs als zentrale Stützpfeiler des Niedriglohnsektors mit sozialversicherungspflichtiger Arbeit gleichgestellt werden.

 

FDP

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. So steht es in Art. 3 des Grundgesetzes und die FDP bekennt sich zu dieser Aufgabe. Geschlechtergerechtigkeit ist nicht durch Quotenlösungen zu erreichen, sondern durch eine Vielzahl von Maßnahmen. Dazu gehört der Aufstieg durch Bildung. In den letzten Jahren haben Mädchen bessere Abiturnoten als Jungen erreicht und Frauen bessere Hochschulabschlüsse als Männer. Mit Initiativen wie „Komm, mach MINT“ und dem „Girl’s Day“ unterstützen wir Mädchen, sich eher für (besser bezahlte) Berufe in Naturwissenschaft und Technik zu entscheiden. Der Anteil weiblicher Führungskräfte hat zugenommen (2010 waren nach dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) in Westdeutschland 30 Prozent der Führungskräfte weiblich, in Ostdeutschland 40 Prozent. 2011 lagen diese Werte noch um 10 Prozentpunkte niedriger. Die Entwicklung ist positiv, wenn auch zu langsam. Bei den DAX-30-Unternehmen lag der Anteil von Frauen im Vorstand 2011 bei 2,15 Prozent, 2012 schon bei 7,18 Prozent. Mit Logib-D steht ein kostenloses Instrument zur Ermittlung von Lohnungleichheiten im Betrieb zur Verfügung. Geschlechtergerechtigkeit ist keine Einbahnstraße. Deshalb fördern wir auch die Gewinnung von Männern für den Erzieherberuf und unterstützen die Weiterentwicklung der Elternzeit mit einer Stärkung der Partnermonate, damit mehr Väter die Elternzeit nutzen.

 

Bündnis 90/Die Grünen

Wir wollen eine geschlechtergerechte Gesellschaft, die ein selbstbestimmtes und solidarisches Leben ermöglicht. Gleichstellungspolitik soll über alle Lebensphasen hinweg konsistent sein. Frauen sollen sich selbstverständlich auf Augenhöhe einmischen können – in der Gesellschaft, im Parlament und am Arbeitsplatz. Konkret wollen wir das mit verschiedenen Gesetzen erreichen, z. B. einem Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft und einem Entgeltgleichheitsgesetz, mit dem wir gleiche Bezahlung bei gleicher und gleichwertiger Arbeit durchsetzen wollen. Das Ehegattensplitting wollen wir durch eine Individualbesteuerung mit übertragbarem Existenzminimum ersetzen. Und wir wollen eine verbindliche Quote für Frauen in Führungsgremien von Unternehmen einführen – ein Anspruch den wir Grüne schon lange vorleben.

 

Piratenpartei

Piraten setzen sich für die Überwindung der traditionellen Sicht des Begriffes „Geschlecht“ ein. Freie Selbstbestimmung und die Vielfalt der Lebensstile sind unser Ziel. Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Geschlechterrolle oder der sexuellen Orientierung muss überwunden werden. Um dies bspw. auch im beruflichen Bereich zu forcieren, setzen wir uns für anonyme Bewerbungen ein, die auf die Nennung von Namen und Geschlecht verzichten. Quotenregelungen lehnen wir mehrheitlich ab.

 

FREIE WÄHLER

Für uns FREIE WÄHLER ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erklärtes politisches Ziel. Dazu gehören Beschäftigungsverhältnisse, die sich mit der Erziehung von Kindern oder der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger vereinbaren lassen. Auch der Wiedereinstieg in das Berufsleben muss für Erziehende leichter werden. Anstelle des Betreuungsgeldes fordern wir hingegen eine echte Wahlfreiheit der Kinderbetreuungsmöglichkeiten für jede Frau, die Mutter werden will. Eine flächendeckende Bereitstellung hochwertiger Kinderbetreuungsmöglichkeiten ist gleichfalls notwendig. Die Erziehungsleistungen müssen zudem auch über die Sozialversicherungssysteme und die Besteuerung gerecht ausgestaltet werden. Auch wollen wir Frauen im Ehrenamt stärker fördern.