Frage: Was tun Sie dafür, dass ländliche Räume als Lebensräume für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiv und wirtschaftlich überlebensfähig bleiben?

ANTWORTEN:

 

KLJB

Unsere Mitglieder gestalten das Dorf- und Gemeindeleben aktiv mit, um den Lebensraum Land attraktiv zu gestalten. Um den Lebensraum Land attraktiv zu gestalten, sind Infrastrukturmaßnahmen insbesondere neue Wege der Mobilität und Breitbandzugang zum Internet), das Gestalten der Dorfkultur, innovative Arbeitsplätze und alternative Lebens- und Landwirtschaftsweisen notwendig. Wir engagieren uns auf allen Ebenen u. a. für ehrenamtliches Engagement und nonformale und informelle Bildung. Aus unserem Glauben heraus sind wir aktiv am Gemeindeleben beteiligt und setzen uns für einen bewussten Umgang mit Menschen und Ressourcen ein.

 

CDU/CSU

Grundlage sind neue wirtschaftliche Chancen in den ländlichen Räumen, die jungen Menschen attraktive Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten bieten. Dabei setzen wir auf Mittelstand, Handwerk und Landwirtschaft, auf regionale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien, die Förderung des Landtourismus und die Entwicklung von attraktiven Dienstleistungen, z. B. im Gesundheitsbereich. Besonders wichtig sind uns der zügige und flächendeckende Ausbau des schnellen Internets (Breitband), passende Mobilitätsangebote, gute Familien-, Bildungs- und Betreuungsangebote und medizinische Versorgung. Jugendarbeit, Ehrenamt und die Förderung von Heimatkultur sind uns große Anliegen.

 

SPD

Wir begreifen Landwirtschaftspolitik über den klassischen Produktionsbereich hinaus als Politik für die ländlichen Räume. Wir wollen die Strukturpolitik stärker mit der Agrarförderung verzahnen, damit kleinere und mittlere Unternehmen ihre Innovationspotenziale besser nutzen können. Die Förderprogramme für den ländlichen Raum müssen gezielter als bisher ausgerichtet werden: für die Förderung von Mikrounternehmen, kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie für kommunale Basisdienste und zur Erhaltung des Kultur- und Naturerbes.

Wir wollen die Wertschöpfung im ländlichen Raum erhöhen. Dafür wollen wir die Potenziale der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft weiter ausbauen. Für die erforderlichen Investitionen in die Menschen und Weiterbildung der Unternehmen wollen wir verlässlichere und gesellschaftlich akzeptierte Rahmenbedingungen schaffen. Wir fordern gerechte Löhne für gute Arbeit. Ein gesetzlicher Mindestlohn muss in allen Bereichen der Ernährungswirtschaft durchgesetzt werden. Dabei sehen wir einen besonderen Förderungsbedarf für beschäftigungsintensive Formen der Landwirtschaft. Zustände wie in einigen Schlachthöfen, die per Werkvertrag moderne Sklaverei betreiben, nehmen wir nicht hin.

 

DIE LINKE

DIE LINKE setzt auch künftig auf den Anspruch gleichwertiger Lebensbedingungen in allen Regionen Deutschlands. Ländliche Regionen dürfen dabei nicht unter den Tisch fallen. Das bedeutet, dass künftig der gesamtgesellschaftliche Beitrag zum Erhalt der öffentlichen Infrastruktur und für öffentliche Investitionen in ländlichen Gebieten steigen muss. Insbesondere gilt das für den Erhalt der öffentlichen Infrastruktur und für öffentliche Investitionen in ländlichen Gebieten

Die bisherigen Ansätze zur Diversifizierung der Einkommen in ländlichen Regionen müssen weiterverfolgt und ggf. intensiviert werden. Auch gilt es wieder stärker nach einer gerechten Verteilung öffentlicher Einrichtungen und öffentlich finanzierter Institutionen zu schauen. Bei der Entwicklung ländlicher Räume kann auf staatliche Investitionen nicht verzichtet werden.

 

FDP

Wir wollen in allen Regionen Deutschlands gleichwertige Lebensverhältnisse erhalten und die Vielfalt der Regionen bewahren. Menschen sollen in jedem Alter und in jeder Lebenslage frei sein zu entscheiden, wo und wie sie leben wollen. Dafür braucht es entsprechende Rahmenbedingungen: in der Verkehrsinfrastruktur, in der sozialen Infrastruktur und in der Kommunikationsinfrastruktur. Wir wollen alle drei verbessern, z. B. durch Förderung technischer Assistenzsysteme (Ambient Assisted Living). Deshalb ist ein zügiger, flächendeckender Ausbau der Breitbandkommunikation dringend erforderlich. Die FDP hat im Bundestag einen Antrag durchgesetzt, nach dem es einen Preis für die „Jugendfreundlichste Gemeinde Deutschlands“ geben soll. Damit könnte ein Wettbewerb zwischen Kommunen entstehen, die Belange von Jugendlichen stärker zu berücksichtigen.

 

Bündnis 90/Die Grünen

Wir wollen hochwertige Bildung und Ausbildung im ländlichen Raum sichern. Das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern muss aufgehoben werden, damit der Bund z. B. beim Ausbau von Ganztagsschulen die Länder unterstützen kann. Unser Modell „DualPlus“ erleichtert es kleineren Betrieben in Kooperation mit anderen Betrieben, Berufsschulen und überbetrieblichen Ausbildungsstätten weiterhin auszubilden. Beteiligung macht Regionen aktiv; darum wollen wir neue Partizipationsformen für Jugendliche stärken.

 

Piratenpartei

Das bestehende Angebot des ÖPNV möchten wir weiter ausbauen. Zugangshürden wie hohe Entgelte, komplizierte Entgeltstrukturen und Fahrzeuge mit physischen Barrieren wollen wir senken, um die Nutzung des ÖPNV attraktiver zu machen. Verschiedene Modelle für fahrscheinlosen ÖPNV in Pilotprojekten sollen getestet werden. Zudem unterstützen wir die Entwicklung alternativer Mobilitätskonzepte. Wir fordern einen flächendeckenden Ausbau des Breitbandinternets, sodass eine Nutzung für jeden möglich ist.

 

FREIE WÄHLER

Die Stärkung ländlicher Räume ist unser zentrales Anliegen. Dazu gehört die Schaffung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein wohnortnahes Schul- und Ausbildungsangebot sowie eine Bestandssicherung öffentlicher Verwaltungsstrukturen in der Fläche. Uns muss es gelingen, auch hier ein hochwertiges Angebot an qualifizierten Arbeitsplätzen zu sichern. Dies verfolgen wir durch Ausbau öffentlicher Infrastruktur, Breitband, Wirtschaftsförderung und Verlagerung öffentlicher Einrichtungen in den ländlichen Raum.