Rechtsextremismus auf dem Land

Rechtsextremistische Strömungen sind in den letzten Jahren deutlich auf dem Vormarsch. Die Anzahl rechtsextremistisch motivierter Straftaten steigt jährlich und auch die Wahlerfolge rechter Parteien sind ein Grund zur Sorge. 

 

Gerade in ländlichen Räumen gehören rechte Gruppierungen immer häufiger zum Gesellschaftsbild, sie können sich dort einfacher etablieren als in den Städten, da es dort weniger Alternativen gibt und so der Anpassungsdruck für Jugendliche höher ist. Diese Gruppierungen geben sich in ihrem Auftreten sehr bürgernah sowie sozial und lassen sich so oftmals nur schwer von demokratischen Parteien unterscheiden.  

 

Hier sind wir als KLJB gefragt - Hinsehen und Aufklären gehört genauso zu unseren Aufgaben, wie die Prävention durch unsere Angebote für Kinder und Jugendliche.   In den ländlichen Räumen finden die rechten Gruppierungen oft einen guten Nährboden für ihre Aktivitäten. Dort hat sich der Staat häufig aus der Jugendarbeit zurückgezogen, so dass diese in das entstandene Vakuum stoßen können.  

 

Das Angebot dieser Gruppierungen ist vielfältig. Von Schülerhilfen und Hausaufgabenbetreuung, Drogenberatung und Lehrstellensuche bis hin zu Kinderfesten und Ausflügen reicht das Angebot. Sie stellen Jugendlichen Räume, z.B. Bauwagen zur Verfügung, oder „besetzten“ kommunale Jugendtreffs, die mit wenig Personal ausgestattet sind, dass heißt sie nutzen kommunale Räume für ihre Zwecke, was durch die dünne Personaldecke der pädagogischen Fachkräfte nicht aufgefangen werden kann. Des Weiteren organisieren sie Sportfeste und Ferienfreizeiten.  

 

Alle Angebote haben gemeinsam, dass die Hemmschwelle für Jugendliche sich dort zu beteiligen sehr niedrig ist. Sind sie erst einmal dort, wird langsam eine rechtsextreme Erlebniswelt aufgebaut, der man sich dann nur noch sehr schwer entziehen kann. Da es für Jugendliche nur mangelnde Alternativen gibt, existiert ein großer Anpassungsdruck. Auch thematisch geben sich die rechten Gruppierungen sehr bürgernah und besetzen soziale Themen.   So initiierten die Jungen Nationaldemokraten (JN), die Jugendorganisation der NPD, eine Kampagne gegen Studiengebühren. Die JN druckt ebenfalls eine Schülerzeitung mit einer Auflage von weit über 100.000 Exemplaren.   Rechte Gruppierungen betreiben so genannte „Kümmerpolitik“ und geben sich als „der Anwalt der kleinen Leute“ aus. Sie positionieren sich in sozialen Themen, aber auch die Gentechnikdiskussion oder die Stärkung der ländlichen Räume gehört zu ihren Schwerpunkten. Auch an der Gründung vieler Bürgerinitiativen und Freien Wählergemeinschaften sind sie beteiligt.  

 

Rechtsextremismus ist ein gesamtdeutsches Problem. Im gesamten Bundesgebiet versuchen rechte Gruppierungen sich subtil der Jugend anzunähren. Daher müssen wir als Zivilgesellschaft und vor allem als KLJB handeln. Zum einem müssen wir wachsam sein, um rechte Strömungen zu erkennen. Zum anderen müssen wir Gegenstrategien entwickeln um präventiv vorgehen zu können. Wir dürfen den Rechten nicht die Jugend überlassen.   Aus diesem Grund hat die KLJB Poster und Postkarten erstellt, welche auf dieses Problem aufmerksam machen sollen und gleichzeitig auch die und weltoffenen Meinung des Verbandes aufzeigen.