Landwirtschaft im Fokus des Klimawandels

Großes Podium von KLJB und KLB auf dem Katholikentag

Bewusster leben und arbeiten, das war das Fazit des großen Podiums der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) und der Katholischen Landvolkbewegung Deutschlands (KLB) mit dem Titel „Der Bauer und das (liebe) ZeOzwei – Klimafrieden und Landwirtschaft im Fokus der Welt(innen)politik“. Zu diesem Thema diskutierten auf dem 101. Deutschen Katholikentag in Münster Dr. Barbara Hendricks, Bundesministerin a.D., Phil Hogan, EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung sowie Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesminister a. D. und ehemaliger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).

„Wir leben in einer Wohlstandslüge auf Kosten von anderen“ unterstrich Klaus Töpfer während der Diskussion und machte ebenfalls deutlich, dass die Bundesrepublik Deutschland sich nicht länger als Vorreiterin im Klimaschutz darstellen kann, solange nicht weitere Schritte gegangen werden. Um das große Ziel der Reduktion von Treibhausgasemissionen zu erreichen, müsse man sich auch Zwischenziele setzen und diese als genauso wichtig erachten. Außerdem forderte er eine Heimatpolitik für lebendige ländliche Räume, die sich nicht auf das Verlegen von Glasfaser beschränke.

EU-Kommissar Phil Hogan unterstrich, dass die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) das Klima mehr in den Blick nehmen müsse, konkret auch in der ersten und zweiten Säule der GAP. Er appellierte an eine aktive Mitarbeit der Mitgliedsstaaten, die Impulse der EU in eigene Maßnahmen zu übersetzen und auf nationaler Ebene zu implementieren.

Barbara Hendricks, ehemalige Bundesumweltministerin, forderte vor allem die VerbraucherInnen dazu auf, persönlich Verantwortung zu übernehmen und das eigene Konsumverhalten zu überdenken. Darüber hinaus merkte sie an, dass LandwirtInnen, die besonders nachhaltig und bewusst wirtschaften, auch besonders gefördert werden sollten.

Die Diskussion zeigte, dass Landwirtschaft in Sachen Klimawandel sowohl Verursacherin als auch Teil der Lösung ist. „Sie ist wichtig, wenn man Klimaschutz voranbringen will“ fasst Ludger Schulze-Pals, Chefredakteur von Top Agrar und Moderator des Podiums zusammen. „Handel, Produktion und Verbrauch gehören dabei auch dazu.“ Durch Steuerungsinstrumente wie gezielte Förderpolitik könne man Schwerpunkte setzen. „Jedoch kann auch jeder einzelne einen Beitrag für das Klima leisten“, fasste er am Ende zusammen: „Bewusster leben und arbeiten sollte der Leitspruch dieser Veranstaltung lauten“.

Die GastgeberInnen KLJB und KLB zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Diskussion. „Mit dem Podium wollten wir als Landverbände Raum für den Dialog zwischen Landwirtschaft und Klima schaffen“, erklärt Stephan Barthelme, KLJB-Bundesvorsitzender. „Das Pariser Abkommen und die Klimaziele sind nur zu erreichen, wenn alle AkteurInnen zusammenarbeiten. Eine klimafreundliche Produktion ohne Landwirtschaft ist nicht möglich – es ist unser aller Aufgabe als VerbraucherInnen, die LandwirtInnen dabei zu unterstützen“, so Stephan Barthelme.  „Wir wollen dabei die Stimme der Menschen auf dem Land verstärken, die oft nicht gehört werden“, ergänzt Nicole Podlinski, Bundesvorsitzende der KLB. „Die Landwirtschaft hat durchaus die Möglichkeiten, neue Wege hin zu einer klimafreundlichen Produktion zu gehen, dennoch stehen wir vor der Herausforderung, traditionelle Ansätze und Herangehensweisen nicht von heute auf morgen verändern zu können.“