Joerg Farys // Die.PROJEKTOREN

Stärkung von Junglandwirt*innen

Landwirtschaftliche Jugendverbände fordern höheres Budget für Junglandwirt*innen in der GAP sowie eine zielgerichtete Förderpolitik

Rhöndorf, 15. März 2021. Gemeinsam mit sieben weiteren landwirtschaftlichen Jugendverbänden bezieht die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) Stellung zur geplanten nationalen Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) und hebt hervor, dass junge Menschen besondere Unterstützung benötigen.

Hoher Kapitalbedarf in der Landwirtschaft

Im Durchschnitt braucht ein junger Mensch, der sich eine Existenz in der Landwirtschaft aufbauen möchte, rund 150.000 EUR Eigenkapital alleine für die Schaffung des eigenen Arbeitsplatzes. Dies sind enorm hohe ökonomische Hürden für junge Menschen. „Der Beruf der*des Landwirt*in ist aufgrund seiner Vielfältigkeit sehr attraktiv, aber gerade für junge Menschen muss es mehr Unterstützung geben“ fordert die Bundesvorsitzende Sarah Schulte-Döinghaus.

Unterstützung in der GAP verankern

Sowohl das Eckpunktepapier zur nationalen Umsetzung der GAP des BMEL vom 01. März 2021 und die darauf folgenden Gesetzesentwürfe als auch das Protokoll der letzten Sonder-AMK zur GAP vom 05. Februar 2021 sehen vor, auch in der kommenden Förderperiode der GAP nur zwei Prozent der Direktzahlungen für die Junglandwirt*innen-Förderung zu nutzen. Sarah Schulte-Döinghaus macht klar: „Als landwirtschaftliche Jugendverbände fordern wir mindestens vier Prozent der Mittel der 1. Säule für die Junglandwirt*innen-Förderung zu verwenden sowie mindestens die Hälfte dieser Mittel zur Einführung einer bundesweiten Niederlassungsprämie zu nutzen.“

Neben einer Ausweitung der Förderung in der GAP, fordern die Jugendverbände zur generellen Stärkung von Junglandwirt*innen die Schaffung einer kostenfreien Beratungsstelle und eines Stipendienprogrammes sowie den Abbau unnötiger Bürokratie. „Anreize für frühzeitige Hofübergaben geben z. B. Planungssicherheit für nachfolgende Generationen. Auch ein außerfamiliärer Einstieg für Junglandwirt*innen in die Landwirtschaft muss monetär möglich und interessant sein. Denn vitale Höfe sind Motoren der ländlichen Räume und tragen zu einer nachhaltigen Ländlichen Entwicklung bei“ führt Sarah Schulte-Döinghaus weiter aus.

Gemeinsame Stimme von und für Junglandwirt*innen

Neben der KLJB sind auch die folgenden Jugendverbände/-organisationen dabei:

Kathrin Muus, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend e.V. (BDL):

„So innovativ der agrarische Nachwuchs auch ist, junge Unternehmerinnen und Unternehmer brauchen eine verlässliche und solide Starthilfe, mit denen sich die kostenintensiven Investitionen bei Betriebsübernahme oder -gründung, bei Betriebsumgestaltung oder -erneuerung stemmen lassen. Wir fordern eindringlich, dass föderale Unterschiede zwischen den Bundesländern bei Handhabung und Ausgestaltung der Junglandwirt*innen-Förderung beseitigt werden. Die Umsetzung und Kofinanzierung muss bundeseinheitlich ausgestaltet sein.“

Willi Lehnert, Geschäftsführer beim Bündnis Junge Landwirtschaft e.V. (BJL):

„Mit einer Junglandwirt*innen-Förderung können gute Begleitungs- und Beratungsangebote etabliert werden, die es Junglandwirt*innen ermöglichen, mit einer Portion Mut und Überzeugungskraft den Schritt in die Praxis zu wagen und einen Betrieb zu übernehmen oder neu zu gründen.“

Imke Harms von EURYFA Deutschland:

„Eine Niederlassungsprämie würde junge Landwirt*innen dabei unterstützen, Betriebe auf- und umzubauen, hin zu mehr nachhaltigen und innovativen Konzepten. Ohne eine Starthilfe können viele junge Menschen sich einen Einstieg in die Landwirtschaft schlicht nicht leisten.“

Eva Imrecke, junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (jAbL):

„Die große Bedeutung junger Menschen für den ländlichen Raum sowie der gewaltige Kapitalbedarf in der landwirtschaftlichen Existenzgründung machen die Notwendigkeit einer Ausweitung der bestehenden Förderung in der GAP überaus deutlich. Die Einführung einer bundesweiten Niederlassungsprämie ließe zudem eine zielgerichtete Förderung zu.“

Theresia Kübler, Vorsitzende des jungen Bioland:

„Junglandwirt*innen sind die Zukunft auf den Höfen. Wer Politik der Zukunft macht, unterstützt diese jungen Menschen durch fördernde Rahmenbedingungen.”

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