KLJB zur COP30 in Belém

Ernährungssysteme transformieren und nicht-ökonomische Verluste anerkennen

Belém, 10. November 2025. Vor dem Hintergrund der dramatisch fortschreitenden Klimakrise beginnt heute im brasilianischen Belém die 30. UN-Weltklimakonferenz (COP30). Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) fordert die Staatengemeinschaft auf, die COP30 im Amazonasgebiet zu nutzen, um Ernährungssysteme als zentralen Hebel für Klimaschutz und Anpassung zu behandeln und den Umgang mit klimabedingten Verlusten und Schäden (Loss & Damage) konsequent voranzutreiben.

Ernährungssysteme als Klimathema etablieren

Etwa ein Drittel aller weltweiten Treibhausgase ist auf Ernährungssysteme zurückzuführen. Die KLJB fordert deshalb die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass Landwirtschaft und Ernährung eine verpflichtende Rolle in den nationalen Klimaschutzplänen (NDCs) spielen und die neuen Indikatoren des Globalen Anpassungsziels (GGA) diesen Bereich umfassen. Die „Baku-to-Belém Roadmap“ zur Klimafinanzierung muss explizit Mittel für die Transformation von Ernährungssystemen im Globalen Süden bereitstellen.

„Die COP30 in Belém ist ein Weckruf. Mitten im Amazonasgebiet wird über die Zukunft unseres Planeten verhandelt. Angesicht der Dringlichkeit müssen wir die Zusammenhänge zwischen Klima und unseren Lebensgrundlagen endlich anerkennen. Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass die notwendige Transformation der Landwirtschaft und der Ernährungssysteme als zentraler Hebel in den internationalen Klimaplänen verankert wird“, erklärt Isabel Rutkowski, Bundesvorsitzende der KLJB.

Verluste und Schäden: Über materielle Hilfe hinausgehen

Zwei Jahre nach Einrichtung des Loss-and-Damage-Fonds muss in Belém dessen verpflichtende und verlässliche Finanzierung gesichert werden. Ein besonderes Augenmerk muss auf die nicht-ökonomischen Verluste und Schäden gelegt werden.

„Es reicht nicht, nur materielle Schäden zu kompensieren. Die Klimakrise zerstört Existenzen, Heimat und kulturelles Erbe – sogenannte nicht-ökonomische Verluste“, betont Clarissa Mack, Delegierte zur COP30, aus dem Diözesanverband München und Freising. „Der Fonds muss diese tiefgreifenden, nicht-monetären Verluste anerkennen und adressieren.“ Die KLJB fordert zudem die Beschlussfassung eines Berichts für Verluste und  Schäden, um den Unterstützungsbedarf transparent zu machen.

Keine Zeit mehr: Konsequente Emissionssenkung

Um Klimagerechtigkeit zu schaffen, müssen die Staaten in Belém konkrete Lösungen zur Umsetzung des beschlossenen Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen vorlegen. Die KLJB fordert, dass bei der Emissionsminderung keine Schlupflöcher offengelassen werden, sondern Emissionen tatsächlich und vollkommen reduziert werden.

Die KLJB wird die Verhandlungen in Belém kritisch begleiten. Interviews mit den KLJB-Delegierten in Brasilien werden gerne vermittelt.

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