Klimagerechtigkeit vertagt

Fortschritte bei Anpassung, aber kein Durchbruch beim fossilen Ausstieg

Belém, 24. November 2025. Die 30. UN-Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém (COP30) endet nach zwei intensiven Wochen mit einem gemischten Ergebnis. Zwar übten zivilgesellschaftlichen Akteure einen beeindruckenden Druck auf die Verhandler*innen aus und rückten junge, indigene Stimmen für den Schutz des Regenwaldes in den Fokus, Zusagen zu notwendigen Klimafinanzierungen für den Globalen Süden blieben jedoch aus. Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) war mit einer zweiköpfigen Delegation vor Ort, um die Verhandlungen zu beobachten, mit Verhandler*innen ins Gespräch zu kommen und vor allem, um die Stimmen junger Menschen aus ländlichen Regionen in den Prozess einzubringen.

Starkes zivilgesellschaftliches Bündnis

Nach vier Jahren ohne öffentlichen zivilgesellschaftlichen Protest, war es in Belém wieder möglich, Demonstrationen außerhalb des Konferenzgeländes zu organisieren. Zur Halbzeit der COP30 protestierten Zehntausende für Klimagerechtigkeit, den Schutz indigenen Lebens, der Ausstieg aus den fossilen Energien und der Schutz des Regenwaldes. „Die Austragung dieser COP im Amazonasgebiet verleiht ihr noch größere Bedeutung. Hier wird die Dringlichkeit, fossile Brennstoffe aufzugeben und die historische ökologische Schuld gegenüber den Ländern des Globalen Südens anzuerkennen, deutlich.“, betont Bruder Pedro Nieto der sich in Belém bei den Franciscans International einsetzt.

Der Protest führte ebenfalls dazu, dass verstärkt Forderungen im Bereich Verluste und Schäden (engl. Loss and Damage) laut wurden. Clarissa Mack, Delegierte der KLJB zieht ein Fazit „Der Fonds für Verluste und Schäden ist endlich beschlossen, doch mit nur 400 Millionen US-Dollar bleibt er dramatisch unterfinanziert. Gebraucht werden 400 Milliarden. Solange nicht-ökonomische Verluste wie der Verlust von Heimat oder kulturellem Erbe kaum berücksichtigt werden, bleibt Klimagerechtigkeit ein leeres Versprechen.“

Wachsende Allianz für den fossilen Ausstieg

Unter der Führung des brasilianischen Präsidenten Lula wurde die von der brasilianische Umweltministerin Marina Silva vorgeschlagene Roadmap zum Ausstieg aus den fossilen Energien aufgegriffen. Das Vorhaben wird von einigen Ländern, darunter auch Deutschland, unterstützt. „Trotz einer wachsenden Allianz von bis zu 80 Ländern für den fossilen Ausstieg, blieb die COP30 ohne verbindlichen Fahrplan. Nicht einmal wurde das Wort „fossile Energien“ in der Cover Decision benannt. Für Länder, die heute schon massiv unter der Klimakriese leiden, ist das ein herber Rückschlag. Ohne einen verbindlichen Ausstiegsplan rückt das 1,5 Grad Ziel in gefährliche Ferne.“, betont Isabel Rutkowski, Bundesvorsitzende der KLJB.

Im Anschluss an die Weltklimakonferenz steht die KLJB-Delegation für Interviews gerne zur Verfügung.

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