Wie muss die Gemeinsame Agrarpolitik weiterentwickelt werden, um das Ziel einer jungen, dynamischen und innovativen Landwirtschaft zu erreichen?

 

Langfristig muss auf die gezielte Förderung von Maßnahmen im Sinne der durch die Landwirtschaft erbrachten gesellschaftlichen Leistungen umgestellt werden. Frühzeitige Hofübergaben geben Planungssicherheit für kommende Generationen und sind Motor ländlicher Räume.

(s. KLJB-Beschluss 2018: „Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik in der EU“)

 

Antworten der Parteien

 

  • Die GAP muss weiter auf Marktorientierung und Nachhaltigkeit setzen und den Einsatz moderner Technologien fördern, damit der Beruf des*der Landwirt*in attraktiv bleibt. Die Direktzahlungen wollen wir noch zielgenauer ausrichten und Junglandwirt*innen noch besser fördern.

  • Wir wollen die Agrarförderung vom Kopf auf die Füße stellen. Ziel ist nicht die Kürzung der Förderung, sondern deren Bindung an Kriterien, die den Menschen in den ländlichen Betrieben, den ländlichen Regionen sowie dem Tier- und Umweltschutz zugutekommen.

  • Wir wollen die GAP marktwirtschaftlich modernisieren und landwirtschaftliche Betriebe unterstützen, schrittweise unabhängig von Fördermitteln zu werden. Wir sind daher für Bürokratieabbau, digitalen Fortschritt, fairen Wettbewerb und marktwirtschaftliche Lieferbeziehungen.

  • “Wir wollen eine konsequente. Neuausrichtung: Wir streiten und werben für eine vielfältige, nachhaltige, regionalverankerte, bäuerliche Landwirtschaft, die Natur und Tiere schont und gesundes Essen für uns alle erzeugt.”

  • Die Direktzahlungen müssen an die Erfüllung sozialer und ökologischer Kriterien gebunden werden. Wir wollen zudem eine andere Bodenpolitik, die Eigentum breit streut und denen die Teilhabe sichert, die die Flächen tatsächlich bewirtschaften.

  • Ziel der neuen GAP ist die Umorganisation, weg vom Prinzip der Einhaltung von Regeln zu einem leistungsorientierten Ansatz. Dafür bedarf es gut ausgebildeter junger Landwirt*innen, die in der Lage sind, neueste Techniken gepaart mit neuesten Erkenntnissen hin zur Präzisionslandwirtschaft umzusetzen.

  • Einführung von Staffelungen und höheren Hektarprämien zugunsten kleiner und mittlerer Betriebe, die auch die Wirtschaftsweise berücksichtigen, sowie eine Obergrenze der Fördersummen für agrarindustrielle Großbetriebe sind nötig. Der Artenschutz muss für die Landwirt*innen ebenfalls stärker finanziell honoriert werden.

  • Wir wollen die regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse unterstützen. Dafür ist mehr Transparenz bei der Lebensmittelkennzeichnung nötig. Die Landwirtschaft braucht ehrliche Erzeuger*innenpreise.

  • Die Digitalisierung wird ein zunehmender fester Bestandteil der modernen Landwirtschaft sein, dazu braucht es mindestens entsprechende Leitung-Sendekapazitäten. Von einem Betrieb muss eine Familie auch auskömmlich leben können, das heißt, es müssen entsprechende Preise für landwirtschaftliche Güter am Markt erzielbar sein.

  • Wir wollen eine GAP, die den Existenzerhalt kleiner Einheiten und Vielfalt als Wert anerkennt. Landwirt*innen brauchen die Hoheit über ihre Daten, zu deren Eigner*innen sich heute Landmaschinenhersteller*innen, IT-Unternehmen und Banken erklären können.

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