Was ist Ihre Position zu den neuen Verfahren in der Gentechnik wie Crispr?

 

Die KLJB ist gegen den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen, da dieser für die Landwirt*innen und Verbraucher*innen in Deutschland und Europa mit enormen Risiken verbunden ist. Die Schöpfungsbewahrung und der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken für Mensch und Umwelt sind in der KLJB fest verankert.

(s. KLJB-Beschluss 2004: „Gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft)

 

Antworten der Parteien

 

  • Bei den neuen Züchtungstechniken brauchen wir eine differenzierte Betrachtung der Chancen und Risiken. Wir setzen uns für eine sorgfältige Prüfung auf EU-Ebene ein, wobei Gesundheits- und Umweltschutz oberste Maxime sind. Zu den neuen molekularbiologischen Züchtungstechnologien werden wir Regelungen vornehmen, die das Vorsorgeprinzip und die Wahlfreiheit gewährleisten.

  • Die SPD begrüßt die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, dass neue Verfahren zur Pflanzenzüchtung wie Crispr CAS als Gentechnik einzustufen sind. Gentechnik muss erkennbar für die Verbraucher*innen sein. Deswegen können die neuen Methoden der Pflanzenzüchtung nur angewendet werden, wenn sie klar gekennzeichnet sind

  • Wir stehen für einen offenen und transparenten Umgang mit den neuen Züchtungstechniken des Genome Editing, welches das Portfolio der biotechnologischen Methoden ergänzt. Wir wollen eine verantwortungsvolle Erforschung dieser Techniken nicht ideologisch verbauen.

  • Wir stehen den neuen Gentechnikverfahren kritisch gegenüber. Das jüngste EuGH-Urteil bestätigt, dass diese Verfahren unter die Gentechnikgesetzgebung fallen. Alle Pflanzen, die mit den neuen Verfahren gezüchtet werden, müssen nun vor ihrer Zulassung auf eventuelle Risiken hin überprüft werden.

  • Neue Züchtungsverfahren wie Crispr/Cas9 oder Genome Editing sind Agrogentechnik, die wir ablehnen.

  • Wir sprechen uns für ein agro-gentechnikfreies Deutschland und Europa aus. Wir sprechen uns daher gegen eine Aufweichung der Klassifizierung von genom-editierte Pflanzen aus.

  • Wir wollen ein Verbot von Anbau und Import gentechnisch veränderter Pflanzen und Lebensmittel. So fordert die ÖDP ein striktes Verbot der Forschung an Embryonen und der genetischen Veränderung der Keimbahn, dazu gehört für uns auch die neue Methode Crispr/Cas9.

  • Risiken des Einsatzes von gentechnisch veränderten Organismen im komplexen Ökosystem sind schwer vorherzusagen. Der Einsatz in Medizintechnik und Landwirtschaft ist nur nach sorgfältigster Prüfung in klar definiertem Rahmen zu genehmigen.

  • Heute arbeiten viele Wissenschaftler*innen mit Crispr, etwa in der Biotechnologie. Es braucht einen verantwortungsvollen Umgang, wie in der gesamten Forschung, mit diesen Möglichkeiten, die zum Wohle als auch zum Leid der Menschheit beitragen wird. Die LKR unterstützen Forschung und Entwicklung auch zukunftsorientierter Wissenschaften.

  • Verfahren der Gentechnik sind in der Regel mit Patent-Anmeldungen und Lizenzvertrieb verbunden. Patente auf “Leben” lehnen wir ab. Zu Crispr ist zusätzlich anzumerken, dass weder Spätfolgen noch Rahmenbedingungen geklärt sind.

Mehr Infos

  • Beschluss 2017: In Zukunft nur gemeinsam! Unsere Vision von einem geeinten Europa