Wie sieht für Sie die Energiepolitik in der EU zukünftig aus?

 

Die Energiepolitik der EU sollte aus unserer Sicht nachhaltig und zukunftsfähig gestaltet werden. Dies bedeutet für uns, dass unsere Forderungen an die deutsche Bundesregierung energiepolitisch auch europaweit umgesetzt werden: den Ausstieg aus der Atom- und Kohleenergie und den Ausbau der Erneuerbaren. Wir stehen ein für eine dezentrale, regionale Energieversorgung, die für Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit sorgt.

(s. KLJB-Beschluss 2013: „100 Prozent erneuerbar – Leitbild für eine Energieversorgung der Zukunft“)

 

Antworten der Parteien

 

  • Wir werden den Umbau der Energieversorgung mit dem Zieldreieck Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit auch in Europa erfolgreich fortführen. Besonders wichtig ist dabei eine enge Vernetzung und Harmonisierung des europäischen Energiemarktes.

  • Die SPD macht sich für eine europaweite Energiewende hin zu mehr erneuerbaren Energien stark. Dazu gehören der Ausbau der Infrastruktur, eine europaweite CO2-Bepreisung sowie ein Fonds zur sozial-gerechten Transformation der Energiepolitik.

  • Wir wollen die Energiewende zu einem gesamteuropäischen Projekt mit den Zielen Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, Klimaverträglichkeit und gesellschaftliche Akzeptanz machen. Zentral ist für uns die Weiterentwicklung des Europäischen Emissionshandels.

  • Bis 2050 müssen 100% von Europas Energie, die wir bei Strom, Wärme und Mobilität verbrauchen, erneuerbar sein. Nur so kann Europa seinen Beitrag leisten, um die Klimakrise einzudämmen.

  • Wir stehen für einen Umbau des Energiesystems hin zu 100 Prozent Erneuerbaren – bürgernah. Der Kohleausstieg muss europaweit bis 2030 abgeschlossen sein. Wir wollen keine neue fossile Infrastruktur, dafür Investitionen in Effizienz und Flexibilität.

  • Wir wollen unsere Energiewende in Deutschland zu einem europaweiten Projekt machen. Versorgungssicherheit, Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit und dezentrale Lösungen müssen die Eckpfeiler für dieses Vorhaben sein.

  • Wir brauchen den Umbau auf dezentrale Erneuerbare Energien in Bürgerhand und ein Ende der Förderung fossiler Ressourcen bis spätestens 2035, Braunkohle bis 2025. Die Regionen, die aus der Kohle aussteigen, sind umzuwandeln in Leitregionen für die „Sektorkopplung“, die eine Verbindung des Stromnetzes mit dem Gasnetz ermöglicht.

  • Ein breiter Energiemix aus Kohle, Mineralöl, Erdgas, Wasserkraft und Kernkraft ist Voraussetzung zum Erreichen des Zieldreiecks einer versorgungssicheren, wirtschaftlichen und umweltverträglichen Energiepolitik.

  • Es braucht zurzeit einen Energiemix mit einer besseren Integration der Erneuerbaren Energieen in die Stromnetze und eine größere Netzstabilität. Zu diesem Zweck kann auch eine im Zeitablauf abnehmende Förderung dieser Technologien erfolgen, falls adäquate Speicher genutzt werden oder über die Einbindung von Biomasse- oder Wasserkraftwerken eine ausreichende Grundlastfähigkeit sichergestellt werden kann.

  • Europa muss mehr auf regenerative Energien setzen, gerade in den Ländern, die ihr Potenzial an Solarenergie noch nicht ausschöpfen. Dies sollte durch direkte Subventionen dezentraler Anlagen geschehen und nicht wie in Deutschland über ein EEG.

Mehr Infos

  • Beschluss 2017: In Zukunft nur gemeinsam! Unsere Vision von einem geeinten Europa