Der Ausstieg aus der Kernenergie ist in Deutschland seit Jahren beschlossene Sache. Wie stehen Sie zu einem europaweiten Ausstieg aus der Kernenergie?

 

Die KLJB spricht sich ganz klar gegen Kernenergie und für Erneuerbare Energien aus. Wir wollen eine ökologisch und sozial gerechte Energiewende. Um die Erneuerbaren Energien sinnvoll zu nutzen, ist eine dezentrale, regionale Energieversorgung unumgänglich.

(s. KLJB-Beschluss 2013: „100 Prozent erneuerbar – Leitbild für eine Energieversorgung der Zukunft“)

 

Antworten der Parteien

 

  • Der deutsche Ausstieg ist auf Grund jeweiliger nationaler Besonderheiten und Schwerpunktsetzungen in der Energieversorgung nicht 1:1 auf ganz Europa übertragbar. In jedem Fall setzen wir uns für höchste und europaweit gültige Sicherheitsstandards im Bereich der Kernkraft ein.

  • Die SPD unterstützt einen europaweiten Ausstieg aus der Kernenergie. Für uns muss das zukünftige Energiesystem nachhaltig, sicher und dezentral sein. Dabei stehen für die Erneuerbaren Energien sowie die Energieeffizienz im Mittelpunkt.

  • Wir Freie Demokraten respektieren die Entscheidung anderer europäischer Länder, weiter auf die Kernkraft zu setzen. Wir fordern jedoch die effektive Durchsetzung eines einheitlichen europäischen Sicherheitsniveaus für die Nutzung von Kernkraft.

  • Atomkraft ist gefährlich, egal wo die Reaktoren betrieben werden. Weltweit gibt es immer noch keine Lösung für hochradioaktiven Atommüll. Wir fordern den europaweiten Ausstieg aus dieser Hochrisikotechnologie. Erneuerbare Energien sind mittlerweile deutlich günstiger und schneller verfügbar.

  • Wir streiten für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft. Die europäische Vertragsgemeinschaft EURATOM muss aufgelöst werden. Keine staatlichen Beihilfen mehr für den Bau von neuen Atomkraftwerken, keine Atommüllexporte!

  • Eine weitere Förderung von Atom- und Kohlestrom lehnen wir ab. Strom soll möglichst dort produziert werden, wo er verbraucht wird. Dadurch bleibt die Wertschöpfung vor Ort und es kann weitgehend auf den Bau großer Stromtrassen verzichtet werden.

  • Wir fordern die Beendigung des Euratom-Vertrages und einen unverzüglichen EU-weiten Atomausstieg. Für Atomkraftwerke braucht es eine Haftpflichtversicherung, die auch die Kosten einer möglichen Reaktorkatastrophe abdeckt.

  • Die Erzeugung von Strom durch Kernenergie gehört heute zu den sichersten Technologien. Der Einsatz fossiler Energieträger kann mittel- und langfristig vor allem durch die Weiternutzung der emissionsfreien Kernkraft reduziert werden.

  • Das ist unrealistisch, weil die Länder stark an der nationalen Stabilität ihrer Energieversorgung interessiert sind. Die EU fördert sogar den Ausbau von Atomkraftwerken. In Polen, Frankreich, England wird über einen Ausstieg nicht im Ansatz diskutiert.

  • Mit jedem Stück ausgebauter regenerativer Energie ist ein Stück aus Kernenergie auszusteigen. Es nützt uns nichts, wenn die alten Meiler hinter den Grenzen weiterbetrieben werden, während höherwertigere Kraftwerke in Deutschland abgeschaltet wurden.

Mehr Infos

  • Beschluss 2017: In Zukunft nur gemeinsam! Unsere Vision von einem geeinten Europa