Welche Bedeutung messen Sie Biogasanlagen und Bioethanol bei?

 

Nachwachsende Rohstoffe sollten aus unserer Sicht zur Energieproduktion nur eingeschränkt genutzt werden sowie (bei der Erzeugung von Bioenergieträgern) ein nachhaltiger, standortangepasster und regionaler Anbau in Land- und Forstwirtschaft gewährleistet sein sollte. Der Nahrungsmittelanbau sollte stets Vorrang haben und eine energetische Verwertung von Reststoffen bevorzugt werden. Bio-Kraftstoffe sind nur dann zu nutzen, wenn es keine befriedigende Alternative gibt.

(s. KLJB-Beschluss 2013: „100 Prozent erneuerbar — Leitbild für eine Energieversorgung der Zukunft“)

 

Antworten der Parteien

 

  • “Bioenergie ist unverzichtbar bei der Umstellung unserer Energieversorgung auf erneuerbare Energien. Wir setzen uns für verlässliche und
    zukunftssichere Lösungen nach dem Auslaufen der Förderung ein. Wichtig ist uns, dass die Ausgangsstoffe umweltfreundlich sind.”

  • Wir sind der Ansicht, dass die Energiewende nur gelingen kann, wenn wir einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Die Vernetzung der unterschiedlichen Sektoren des Energiesystems wie Strom, Wärme und Verkehr, kann einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Energiesystems leisten.

  • Biogas- und Bioethanolanlagen sind ein wichtiges Element im Energiemix der Zukunft. Diesen wollen wir technologieneutral gestalten. Langfristig müssen sich die Bioenergieanlagen durchsetzen, die am besten zur CO2-Vermeidung beitragen können.

  • Biomasse ist eine nur begrenzt zur Verfügung stehende Ressource, die in den Bereichen klug eingesetzt werden muss, in denen wir bislang keine besseren Optionen zum Klimaschutz zur Verfügung haben. Hierbei ist jedoch auf strengste Nachhaltigkeitskriterien zu achten.

  • Das Potenzial von Biomasse ist begrenzt durch Flächenkonkurrenz. Biogas muss dort eingesetzt werden, wo es den größten Nutzen bringt: Als steuerbare erneuerbare Elektrizität. Flächen für Biogas sind darum besser genutzt als für Biokraftstoffe.

  • Die Biogasbranche leistet einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende, da im Gegensatz zu Wind oder Photovoltaik Biogasanlagen flexibel regulierbar sind. Wir setzen uns daher für die weitere Erforschung von alternativen Energiepflanzen für die Produktion von Biogas ein.

  • Die ÖDP setzt sich für eine naturverträgliche Biomassenutzung im Rahmen einer nachhaltigen Landwirtschaft ein. Insbesondere die Biogaserzeugung mit gezielt dafür angebautem Mais hat jedoch auch negative Auswirkungen auf Landschaftsbild und Biodiversität, dem muss Einhalt geboten werden.

  • Wegen des geringen Wirkungsgrades ist der Verbrauch von Nutzfläche für Bioenergie zu groß. Sie steht damit in Konkurrenz zur Erzeugung von Nahrungsmitteln. Dagegen ist es sinnvoll, für das Gewinnen von Bioenergie biologische Abfälle zu verwerten.

  • Das ist für uns ein wichtiger Faktor der Energiegewinnung.

  • Die Technik muss weiter erforscht werden, aber dafür sollte nicht Agrarland in größerem Stil zur Verfügung gestellt werden. Neue Methoden erlauben die Verstromung von vielen Materialien, die heute noch als Abfall gelten. Daran muss geforscht werden.

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