Durch welche konkreten Maßnahmen wollen Sie die Empfehlung der EU-Kommission zur Treibhausgasneutralität bis 2050 umsetzen?

 

Für das Erreichen der Treibhausgasneutralität bis 2050 müssen aus unserer Sicht die verschiedenen Sektoren Energie (zügiges Abschaltung von Kohlekraftwerken und den Stopp von Neubauten), Gebäude (intelligente Gebäudetechnik), Industrie (Produktionsprozessoptimierung und Einsparpotentiale), Verkehr (innovative Mobilitätskonzepte, Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene, Vermeidung von Flugreisen etc.) und Landwirtschaft ineinander greifen und nachhaltige Konzepte hin zu einer Emissionsneutralität verfolgen. Kernelement der Umsetzung ist die Akzeptanz und Zustimmung der Bevölkerung sowie die Belohnung ökologischen Handelns auf allen Ebenen.

(s. KLJB-Beschluss 2013: „100 Prozent erneuerbar — Leitbild für eine Energieversorgung der Zukunft“)

 

Antworten der Parteien

 

  • Wir wollen mit dem weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien, Stromspeichern und Stromnetzen sowie dem Ausstieg aus der Kohleverstromung vorankommen. Daneben wollen wir die Anstrengungen in den Bereichen Verkehr und Energieeffizienz weiter ausbauen.

  • Wir wollen ambitionierte Schritte zur Umstellung des Energiemixes hin zu mehr Erneuerbaren Energien in ganz Europa vereinbaren. Dazu müssen die Funktionsfähigkeit des europäischen Emissionshandels sichergestellt, ein CO2-Preis für die nicht vom Emissionshandel erfassten Sektoren eingeführt und die Infrastruktur am europäischen Energiebinnenmarkt ausgebaut werden.

  • Wir wollen den Europäischen Emissionshandel auf möglichst alle Sektoren ausweiten, zumindest auf die Sektoren Verkehr und Wärme. Mit diesem Instrument lassen sich die Klimaschutzziele der EU zielsicher und effizient umsetzen.

  • Klimaneutralität erfordert den Umbau unserer gesamten Wirtschaft. Das gilt für den Energiebereich und den Verkehrsbereich. Auch die Landwirtschaft und die Industrie müssen sich klimafreundlich wandeln.

  • Nötig sind der Ausbau Erneuerbarer Energien, ein schrittweiser Ausstieg aus fossiler Erzeugung, die Reduzierung und Elektrifizierung des Verkehrs, der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs (kostenfrei) sowie der Aufbau einer regenerativen Wasserstoffwirtschaft für Industrie und für Langzeitspeicher.

  • Diese Ziele können nur erreicht werden, wenn Klimaschutz konsequent von der lokalen bis zur internationalen Ebene verfolgt wird. Aus diesem Grund setzen wir uns für eine werteorientierte Handelspolitik ein, welche das Pariser Klimaabkommen zur Grundlage aller zukünftigen Verträge erhebt.

  • Wichtig sind die Förderung der Erneuerbaren Energien (auch deren Import), Power-to-Gas und Sektorkopplung zur besseren Einbeziehung des Gasnetzes in die Klimaschutzpolitik sowie die Nutzung von Fahrzeugen ohne Verbrennungsmotor (Batterie, Brennstoffzelle).

  • Die von der EU angestrebte Dekarbonisierung wird nicht nur zur Reduzierung der Wirtschaftskraft Deutschlands führen, sondern entwickelt sich zunehmend zu einem ökologistischen Planungs- und Zwangsstaat mit gewollter Mangelwirtschaft.

  • Die LKR bekennt sich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens. Zwar sind die Auswirkungen, die menschliches Handeln auf die langfristige Entwicklung des Klimas hat, schwierig zu quantifizieren, aber angesichts des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes gebietet es das Vorsichtsprinzip, die Emissionen von Treibhausgasen schrittweise zu verringern. Für die Reduktion von CO2 ist dabei der Handel mit CO2-Zertifikaten ein wenig sinnvoller Weg. Unser Kohleausstieg schadet Deutschland volkswirtschaftlich. Diese Reduktion von CO2 kann aber dann durch eine Mehrproduktion von CO2 in anderen Ländern sogar verschlimmbessert werden.

  • Es muss einen sofortigen europaweiten Braunkohleausstieg geben. Wir setzen darauf, dass die Digitalisierung die Logistik in unserer Gesellschaft um 30% effizienter macht. Elektromobilität und Photovoltaik müssen weiter beforscht und ausgebaut werden.

Mehr Infos

  • Beschluss 2017: In Zukunft nur gemeinsam! Unsere Vision von einem geeinten Europa