Wie kann die EU Anreize für die Vebraucher*innen bieten, ihr Konsumverhalten nachhaltiger zu gestalten? Durch welche Maßnahmen kann dies erreicht werden?

 

Die EU kann sich unter anderem dafür einsetzen, das Konzept des Fairen Handels europaweit durch Bildungsarbeit und beratende Tätigkeiten bekannt und anerkannt zu machen. Außerdem kann die EU durch europaweite Richtlinien und Verordnungen, wie beispielsweise das EU-weite Verbot von Einwegplastik, aktiv zu einem nachhaltigen Konsum beitragen. Es müssen auch die Wirtschaft, die Kirche und die öffentliche Hand in den Blick genommen werden.
(s. KLJB-Beschluss 2015 „UnFAIRbesserlich?! Wie Fairer Handel den Welthandel gerechter gestalten kann“)

 

Antworten der Parteien

 

  • Wichtig für Verbraucher*innen ist, dass die Produkte klar, eindeutig und einheitlich gekennzeichnet sind. Gute Beispiele sind die EU-Energielabel und auch das EU-Ökosiegel. Die Kennzeichnung muss mit einer guten Verbraucher*inneninformation verbunden sein.

  • Die SPD setzt sich für nachhaltigen Konsum innerhalb der EU ein. Wir wollen nachhaltige Produkte und weniger überflüssige Verpackungen. Aufklärungsarbeit, EU-Richtlinien aber auch Anreize zur nachhaltigen Produktion in Form von europäischen Fördergeldern fördern nachhaltigen Konsum.

  • Beim individuellen Konsumverhalten setzen wir auf den*die mündige*n Verbraucherin. Als Ansatzpunkt sehen wir Maßnahmen zur Information und Aufklärung.

  • Um die Klimaziele zu erreichen, muss es leichter werden, nachhaltig zu leben. Von Flugreisen bis zu Tierprodukten geht der überdurchschnittliche Konsum im westlichen Europa zulasten des globalen Südens und zukünftiger Generationen. Wir wollen Anreize setzen, weniger zu verbrauchen und zu konsumieren.

  • Wir brauchen schärfere Haftungs- und Garantieregeln, die Konzerne dazu zwingen, langlebige Produkte auf den Markt zu bringen. Außerdem muss die Recyclingquote von Plastik und Metall erhöht werden.

  • Wichtig ist, dass die Verbraucher*innen weiter aufgeklärt werden. Nachhaltiger Konsum ist nur mit bewussten Entscheidungen möglich. Deswegen setzen wir uns für die Förderung eines Dialogs zwischen Verbraucher*innen und Herstellerinnen ein.

  • Wir fordern die Einführung eines „Ökologischen Fußabdruckes“ als Kennzeichnung aller Waren und Leistungen, um die tägliche Klimabelastung durch jede*n einzelne*n sichtbar zu machen. Die ÖDP bekennt sich zu Ideen der Postwachstumsökonomie und dem Grundsatz „Weniger ist mehr!“

  • Eine rigorose Verbotspolitik entmündigt die Verbraucher*innen und fördert sorgloses Kaufverhalten. Unser Ziel des Verbraucher*innenschutzes sind mehr aufgeklärte Verbraucher*innen und nicht weniger wie durch die bisherige EU-Politik.

  • Durch Bewusstseinsbildung! Konsumverhalten ist Verbrauch, aber sicher nicht nachhaltig.

  • Wichtig ist eine vollständige Information über Herkunft der Produkt-, Ge- und Verbrauchs- sowie Entsorgungskomponenten, beispielsweise über entsprechende Hersteller*innenveröffentlichungen. Diese sollten barrierearm über das Internet abrufbar sein. Bildung muss dies vermitteln.

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