Wie wollen Sie Fluchtursachen ganz konkret bekämpfen?

 

Die KLJB fordert eine konsequente Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele, damit eine Flucht nicht mehr notwendig wird. Dazu gehören kurzfristige Hilfen, aber auch eine langfristige Bekämpfung von Armut und (wirtschaftlicher) Perspektivlosigkeit sowie ein Kampf gegen den Klimawandel und der sofortige Stopp von europäischen Rüstungsexporten.

( s. KLJB-Beschluss 2018: „Ein bisschen Frieden… ist uns nicht genug! Plädoyer der KLJB für eine Welt ohne Gewalt”)

 

Antworten der Parteien

 

  • Entwicklungspolitik und Krisenprävention sind unser Beitrag, dass Menschen in ihrer Heimat Zukunftsperspektiven haben. Wir wollen insbesondere unser Engagement für Afrika ausbauen. Der Marshallplan mit Afrika soll die Grundlage für eine neue Partnerschaft für Entwicklung, Frieden und Zukunft sein.

  • Geleitet von den SDGs wollen wir Fluchtursachen bekämpfen mit einer fairen Handels-, Agrar- und Fischereipolitik sowie einer wirkungsvollen Entwicklungszusammenarbeit, die soziale und ökologische Ziele mit wirtschaftlichen Zielen gleichsetzt.

  • Durch eine abgestimmte EU-Entwicklungszusammenarbeit können wir Perspektiven für Menschen in wenig entwickelten Länder schaffen und Fluchtursachen effektiv bekämpfen. Zudem wollen wir ziviles Krisenmanagement, Konfliktprävention und Friedensförderung durch die EU stärken.

  • Die europäische Wirtschafts- und Handelspolitik muss sich am Ziel der globalen Gerechtigkeit ausrichten und die Wirtschaft der Partnerländer nachhaltig fördern. Wir wollen ein Ende von europäischen Billig-Agrarexporten in Entwicklungsländer und von Waffenexporten in Krisengebiete.

  • Wir wollen ein europaweites Verbot von Waffenexporten! Das UNHCR muss finanziell stärker unterstützt werden. Entwicklungszusammenarbeit muss wirtschaftlich eigenständige Entwicklung ermöglichen. Landraub und Nahrungsmittelspekulation wollen wir verbieten und Beschäftigtenrechte und Klimaschutz durchsetzen.

  • Fluchtursachen sind vielfältig und nicht nur auf kriegerische Konflikte beschränkt. Es geht uns deshalb allgemein um die Gewährleistung einer nachhaltigen Entwicklung, einen verstärkten Klimaschutz, gute Regierungsführung und den Erhalt der Lebensgrundlagen in allen Regionen dieser Welt.

  • Wir brauchen die Umwandlung aller Handelsverträge in Fairhandelsverträge, Hilfe zur Selbsthilfe sowie Wiedergutmachung in den Krisengebieten, einen sparsamen und effizienten Umgang mit Rohstoffen und keine Rüstungsexporte außerhalb der EU. Außerdem braucht es einen Stopp des europäischen Fischfangs vor den afrikanischen Küsten.

  • Mit einer Anpassung an die anschwellenden Migrationsströme wollen wir das bestehende System zu einem Schutzsystem des 21. Jahrhunderts fortentwickeln, welches sich auf Hilfe vor Ort konzentriert und so einen viel größeren Teil der tatsächlich Schutzbedürftigen erreicht.

  • Die Fluchtursachen sind sehr, sehr unterschiedlich und können nicht „bekämpft“ werden. Wenn jemand ein neues Leben sucht oder ein Abenteurer ist, dann kann man das nicht bekämpfen. Es gilt eher, die positive Energie dieser Menschen einzubinden. Eine wie auch immer Umverteilung mit Geld löst keine Fluchtursachen. Die wirklich Armen haben keine Chance zu flüchten.

  • Nötig ist der Verzicht auf Waffenexporten, um Kriegsflüchtlinge zu vermeiden und die natürlichen Ressourcen des globalen Südens nicht auf Kosten derer Bewohner*innen ausbeuten. Die Lebensgrundlagen vor Ort (Landwirtschaft, Fischerei, Handwerk) müssen erhalten bleiben.

Mehr Infos

  • Beschluss 2017: In Zukunft nur gemeinsam! Unsere Vision von einem geeinten Europa