Kaffee
Kaffee – Genuss mit globalen Folgen
Kaffee ist eines der meistgehandelten Agrarprodukte der Welt und für viele Menschen ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Doch hinter dem günstigen Preis im Supermarkt verbergen sich hohe ökologische und soziale Kosten, die entlang der globalen Lieferkette entstehen. Der Preisdruck auf dem Weltmarkt führt dazu, dass Umweltfolgen und Gesundheitsrisiken nicht im Ladenpreis auftauchen – sondern von Mensch und Natur getragen werden.
Der „Wahre Preis“-Check
(1 Packung Kaffee | Stand Juli 2025)
Preis im Einzelhandel:
6,99 €
Zusätzliche wahre Kosten:
- 1,23 € Bereich Gesundheit
(z.B. Gesundheitsfolgekosten durch den Einsatz von Pestiziden, fehlenden Arbeitsschutz auf Plantagen und Belastungen für lokale Bevölkerung) - 0,52 € Bereich Klima
(z.B. Treibhausgasemissionen durch Abholzung, energieintensive Verarbeitung, Transport über lange Distanzen) - 0,25 € Bereich Boden
(z.B. Bodendegradation, Erosion und Nährstoffverluste durch Monokulturen und intensive Bewirtschaftung) - 0,22 € Bereich Wasser
(z.B. hoher Wasserverbrauch beim Anbau und bei der Aufbereitung sowie Verschmutzung von Gewässern durch Abwässer und Chemikalien)
„Echter“ Preis:
9,21 €
Quelle: Technische Hochschule Nürnberg, Foodwatch
Was macht die Erzeugung besonders?
Der Kaffeeanbau findet überwiegend im globalen Süden statt und ist häufig mit ökologisch sensiblen Regionen verbunden. Um hohe Erträge zu erzielen, werden oft Wälder gerodet und Monokulturen angelegt. Pestizide und Düngemittel belasten Böden, Gewässer und die Gesundheit der Menschen vor Ort. Gleichzeitig erhalten viele Kaffeebäuer*innen Preise, die kaum zum Leben reichen. Die tatsächlichen Kosten dieser Produktionsweise werden nicht vom Markt getragen, sondern ausgelagert.
KLJB-Perspektive
Wir setzen uns für faire und nachhaltige Agrar- und Handelssysteme ein – auch über Ländergrenzen hinweg. Dazu gehören kostendeckende Preise für Erzeuger*innen, langfristige Handelsbeziehungen und Anbaumethoden, die Böden, Wasser und Klima schützen. Nur wenn ökologische und soziale Kosten sichtbar gemacht und fair verteilt werden, kann Landwirtschaft weltweit zukunftsfähig gestaltet werden. Der „wahre Preis“ zeigt: Billiger Kaffee ist in Wirklichkeit teuer – nur zahlen ihn bisher die Falschen. Deshalb unterstützen wir den Fairen Handel, sind Mitglied beim Fairtrade Deutschland und unterstützen ein wirkungsvollen Lieferkettensorgfaltspflichteingesetz.