Milch
Milch ist ein fester Bestandteil der Erzeugung in unseren ländlichen Räumen, doch die Produktion steht vor großen ökologischen und ökonomischen Herausforderungen. Im Kühlregal wird Milch oft zu Preisen angeboten, die weder die realen Kosten für die Umwelt noch die notwendige Entlohnung für die Arbeit auf den Höfen widerspiegeln. Dieser Preisdruck erschwert den notwendigen Umbau hin zu nachhaltigeren Systemen.
Der „Wahre Preis“-Check (1 Liter Milch | Stand Juli 2025)
Preis im Einzelhandel (Ø Discounter): 1,09 €
Zusätzliche wahre Kosten:
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- 0,35 € Bereich Gesundheit (z.B. Gesundheitsfolgekosten durch Emissionen aus der Tierhaltung sowie durch Antibiotikaresistenzen)
- 0,20 € Bereich Klima (z.B. Treibhausgasemissionen wie Methan aus der Verdauung von Wiederkäuern sowie Emissionen aus Futterproduktion und Verarbeitung)
- 0,19 € Bereich Boden (z.B. Belastung von Böden durch den Anbau von Futtermitteln und den Einsatz von Düngemitteln)
- 0,02 € Bereich Wasser (z.B. Belastung von Grund- und Oberflächenwasser durch Nährstoffeinträge aus Gülle und Düngung)
„Echter“ Preis: 1,85 €
Quelle: Technische Hochschule Nürnberg, Foodwatch
Was macht die Erzeugung besonders?
Die Milchproduktion ist mit erheblichen Umweltlasten verbunden. Ein großer Teil der versteckten Kosten entsteht durch Treibhausgasemissionen (insbesondere Methan) und Stickstoffüberschüsse. Wenn Gülle und Düngemittel nicht optimal verwertet werden, belasten sie Boden und Wasser. Zudem führt die intensive Futtererzeugung oft zu Humusverlusten. Diese externen Kosten fallen heute an, werden aber nicht über den Ladenpreis gedeckt, sondern von der Allgemeinheit getragen.
KLJB-Perspektive:
Wir setzen uns für eine flächengebundene Tierhaltung ein. Das bedeutet: Die Anzahl der Tiere muss zum Land passen, das dem Betrieb zur Verfügung steht. So können regionale Nährstoffkreisläufe geschlossen und die Abhängigkeit von industriellen Düngemitteln verringert werden. Faire Erzeugerpreise sind die Grundvoraussetzung, damit junge Landwirt*innen in ländlichen Räumen diesen ökologischen Umbau wirtschaftlich tragen können, anstatt in immer intensivere Produktionsformen gedrängt zu werden.