Kompromisse sind wichtig, sie lösen aber nicht die Wurzel des Problems

Rhöndorf, 14. Januar 2024. Landwirtschaftliche Lebens- und Wirtschaftsweisen wurden nicht nur zur Gründungszeit der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) vor über 75 Jahren diskutiert, sondern jedes Jahrzehnt brachte seine eigenen Herausforderungen mit sich. Die KLJB bringt sich seither in die Debatten ein und formulierte zuletzt eine klare Vision davon, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussieht. Die Landwirtschaft in Deutschland spielt – damals wie heute – eine zentrale Rolle und doch wird politisch und gesellschaftlich zu wenig für ihren Erhalt getan.

Herausforderungen in der Landwirtschaft sind nicht neu

Die im Rahmen des Abbaus von klimaschädlichen Subventionen der Landwirtschaftsbranche auferlegten Änderungen im Bereich der KFZ-Steuer und der Argardiesel-Rückvergütung haben das Maß zum Überlaufen gebracht. Denn seit Jahren haben politische Entscheidungsträger*innen die bäuerliche Landwirtschaft aus dem Blick verloren. „Landwirt*innen verbringen heutzutage mehr Zeit am Schreibtisch, als auf dem Land. Schuld daran sind zu viele bürokratische Anforderungen! Wir müssen dokumentieren und nachweisen, Anträge schreiben und Formulare ausfüllen sowie immer neue und verschärfte Regelungen und Verordnungen einhalten – das hat nichts mehr mit praxistauglichen und sinnvollen Vorgaben zu tun!“, macht Dorothee Krechtmann vom Bundesarbeitskreis Land der KLJB klar. Sie führt weiter aus: „Die steigenden Auflagen verursachen höhere Kosten, die gegenüberstehenden Erlöse sinken oder sind maximal gleichbleibend. Leider ist auch oft nicht klar, welche Ziele die Politik mit den neuen Anforderungen verfolgt. Mir erschließt sich beispielsweise nicht, wie es mehr Tierwohl durch das Ausfüllen einer zweiseitigen Checkliste geben kann.“

Demokratie braucht Kompromisse

Der KLJB ist wichtig, dass verschiedene Positionen verhandelt werden müssen. Die aktuellen Bäuer*innen-Demonstrationen sind aus Sicht der KLJB der Versuch auf die dramatische Lage auf deutschen Höfen aufmerksam zu machen. Bundesvorsitzende Sarah Schulte-Döinghaus bringt es auf den Punkt: „Unsere Betriebe sind einzigartig und gesamtgesellschaftlich müssen wir dafür sorgen, dass nicht noch mehr Landwirt*innen aufgeben oder junge Menschen sich erst gar nicht für den Beruf entscheiden! Niemand von uns kann ohne eine vielfältige, breit aufgestellte und zukunftsorientiere Landwirtschaft überleben. Deswegen unterstützen wir die Demonstrationen auch.“ Besonders wichtig ist, dass Ergebnisse von Dialogformaten wie der Zukunftskommission Landwirtschaft oder der Borchert Kommission auch konsequent umgesetzt werden. „Seit Jahren liegen gute Ideen zur Veränderung vor. Dennoch passiert zu wenig. Politische Akteur*innen sollten sich selbst ein Bild von der Landwirtschaft machen. Es ist wichtig, mit den Betroffenen direkt zu kommunizieren. Dies ist auch ein Appell an alle Landwirt*innen, denn Kommunikation ist keine Einbahnstraße und wir alle können unsere Anliegen beispielsweise an die Mitglieder des Bundestages heranbringen. Aber bitte nur in faktenbasierten Diskussionen ohne verbale oder physische Angriffe und rechte Hetze!“, so Schulte-Döinghaus.

Gemeinsam die nächsten Schritte gehen

Die Grüne Woche, die Leitmesse für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau, bietet vom 19. bis 28. Januar 2024 eine hervorragende Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen. Auf dem ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 befindet sich auch der Messestand der KLJB (Nr. 205). Besucher*innen sind herzlich Willkommen sich am Stand der KLJB über die Zukunft der Landwirtschaft auszutauschen oder auch einen vertieften Einblick in das Standthema Wasser zu wagen. Bundesvorsitzende Schulte-Döinghaus freut sich über einen Austausch und hebt hervor, dass „in Zeiten der Klimaerhitzung mit verheerenden Dürren und Starkregenereignissen weitere Herausforderungen auf die Landwirtschaft zukommen. Wir dürfen das Ziel der Klimaneutralität nicht aus den Augen verlieren und gleichzeitig müssen, um auf den Abbau der klimaschädlichen Subventionen zurück zu kommen, die Rahmenbedingungen passen und nicht zu Lasten der Erzeuger*innen unserer Nahrungsmittel gehen.“

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der Engel erscheint den Hirten und ruft aus „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden
auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“ Aktuell wünschen wir uns nichts
mehr, als Frieden auf Erden. Was bleibt von der Botschaft des Engels im Jahr 2023?
Wir besinnen uns auf den 1. Korintherbrief, denn die Liebe und die Solidarität sind
es, die nicht nur unseren Verband so stark machen, sondern die auch die Welt sehr
braucht. Lasst uns mit unserem Tun Liebe in die Welt tragen, damit die Botschaft des
Engels auch dieses Jahr aktuell bleibt.

Wir sagen vielen herzlichen Dank für die wichtige Unterstützung in diesem Jahr und
wünschen Ihnen und Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest, Gottes Segen und Gesundheit.

Der KLJB-Bundesvorstand

Carola Lutz    Jannis Fughe    Sarah Schulte-Döinghaus

KLJB-Delegierte fordern klareres Bekenntnis zu fossilem Ausstieg

Rhöndorf/Dubai, 13. Dezember 2023. Die Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP28) in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) ist zu Ende. Das Abschlussdokument musste in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch nachgebessert werden. Trotzdem bleibt der Abschied von Kohle, Öl und Gas nur vage und nicht mehr als eine Empfehlung. Für die KLJB waren Isabel Rutkowski (MIJARC Europa), Marietheres Kleuter (KLJB Münster), Anna Weber (KLJB München und Freising) und Manuel Rettner (KLJB Würzburg) nach Dubai gereist, um die Verhandlungen kritisch zu begleiten und der jungen Generation eine Stimme zu geben.

Fossiler Ausstieg ist überfällig

Die Austragung der Klimakonferenz in Dubai unter der Präsidentschaft des Öl-Chefs Al Jaber ließ viele schon vor Konferenzbeginn befürchten, dass der Ausstieg aus fossilen Energieträgern von einer starken Lobby verhindert werden würde. „Es ist ein wichtiger Schritt, dass fossile Energien als Treiber der Klimakrise benannt wurden und der Ausstieg empfohlen wird. Das ist aber zu wenig“, stellt Isabel Rutkowski klar. „Was wir brauchen ist ein schneller, gerechter und vor allem vollständiger Ausstieg aus den Fossilen, wenn wir das 1,5 Grad-Limit halten wollen. Die EU und auch Deutschland haben den Ländern des Globalen Südens dafür aber nicht genug finanzielle Unterstützung zugesichert. Allerdings ist ein Ausstieg für viele Länder dann überhaupt erst möglich“, führt sie weiter aus.

Wenige kleine Erfolge

Als kleiner Erfolg wurde gleich zu Beginn der Verhandlungen die Operationalisierung des Fonds für Schäden und Verluste gewertet. „Es ist gut, dass der Fonds für Schäden und Verluste durch die Klimakrise beschlossen wurde. Jetzt liegt es an den beteiligten Staaten, dass sie den Fonds mit ausreichend Geld befüllen sowie klare und faire Mechanismen für die Ausschüttung der Gelder erarbeiten. Der Fonds darf kein zahnloser Tiger werden“, fordert Manuel Rettner. Andere Bereiche wie die Anpassungsfinanzierung oder Menschenrechte wurden dagegen erneut kaum in den Beschlüssen erwähnt. „Landwirtschaft und Ernährungssysteme machen etwa ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen aus, tauchen in der Abschlusserklärung zur Globalen Bestandsaufnahme aber nur am Rande auf. Ohne eine Transformation des Agrar- und Ernährungssektors kann das 1,5 Grad-Limit nicht gehalten werden“, erklärt Anna Weber.

Jugendverbände zeigen sich präsent auf der COP

Neben der KLJB waren auch viele weitere Jugendverbände vor Ort. „Gemeinsam haben wir uns für die Forderungen junger Menschen eingesetzt und u.a. mit Außenministerin Annalena Baerbock und Umweltministerin Steffi Lemke gesprochen. Neben politischer Lobbyarbeit standen für uns auch die Vernetzung und der Austausch mit jungen Aktivisti weltweit im Fokus. Nur so können wir die verschiedenen Lebensrealitäten gegenseitig besser verstehen und vereinen“, schließt Marietheres Kleuter.

Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands setzt sich schon lange für Klimagerechtigkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung ein. Seit 2018 ist die KLJB offiziell als Beobachtungsorganisation der UN-Klimaverhandlungen akkreditiert.

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Vier KLJB-Delegierte begleiten die Verhandlungen kritisch mit

Rhöndorf/Dubai, 29. November 2023. Die Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP28) beginnt morgen in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate). Bis mindestens zum 12. Dezember 2023 treffen sich hochrangige Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft, um über drängende Fragen der Klimapolitik zu sprechen. Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) nimmt wieder als offizielle Beobachter*innenorganisation an der COP28 teil. Sie wird durch vier junge Menschen vertreten, die die Verhandlungen kritisch begleiten. Nach Dubai reisen Isabel Rutkowski (MIJARC Europa), Marietheres Kleuter (KLJB Münster), Anna Weber (KLJB München-Freising) und Manuel Rettner (KLJB Würzburg).

Fossiler Phase-Out jetzt!

Die Austragung der Klimakonferenz in Dubai unter der Präsidentschaft des Öl-Chefs Al Jaber war schon lange vor Konferenzbeginn kritisiert worden und ist hochumstritten. Wie auch bei der letzten Klimakonferenz ist eine große Einflussnahme der fossilen Lobby bei der COP28 zu befürchten. „Ungeachtet der Präsenz einer starken Lobby der fossilen Energie fordern wir den sofortigen Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Es braucht eine schnelle Abwendung von Kohle, Öl und Gas in allen Sektoren und natürlichen einen Stopp aller Subventionen in diesem Bereich. Nur so ist das 1,5°C-Limit noch zu halten“, stellt der KLJB-Delegierte Manuel Rettner klar.

Klares Bekenntnis zu Erneuerbaren Energien erwartet

Die KLJB erwartet ein klares Bekenntnis und ein konkretes Ziel für den Ausbau von sauberen und sicheren Erneuerbaren Energien. „Die jährlichen Investitionen müssen drastisch erhöht werden. Wir sehen hier insbesondere die reichen Länder mit hohen Emissionen in der Pflicht, den Ländern des Globalen Südens mit finanziellen Mitteln und Technologietransfer zu helfen“, fordert Anna Weber. Auch klimakrisenbedingte Schäden und Verluste sind ein drängendes Thema. Hier muss es unbedingt Zusagen für eine angemessene Ausstattung des Loss-&-Damage-Fonds (L&D-Fonds) geben, um betroffene Länder und Menschen so schnell wie möglich zu unterstützen. „Der Themenkomplex rund um Ernährung und Landwirtschaft ist ein relevanter Lösungsbereich in der Klimakrise. Wir erwarten, dass daraus ein größeres Verhandlungsthema wird und auch eine Finanzierung der klimagerechten Transformation des Ernährungssystems vereinbart wird“, fügt Marietheres Kleuter hinzu.

Jugendverbände sehr präsent auf der COP

Wie auch in den Vorjahren wird die KLJB innerhalb der jungen deutschen Vernetzung mit den unterschiedlichen anwesenden Jugendvertreter*innen zusammenarbeiten und durch Gespräche, Side Events und Aktionen ihre Anliegen vorbringen. „Es bleibt eine wichtige Aufgabe als Jugendvertreter*innen vor Ort zu zeigen, dass wir genau hinschauen und stärkere Ambitionen einfordern, um unsere Zukunft zu sichern“, stellt die Delegierte Isabel Rutkowski klar. „Dubai ist für die internationale Zivilgesellschaft schwer zugänglich. Wir erwarten von der UN die Sicherstellung von freier Meinungsäußerung und der Möglichkeit zu protestieren“, fügt sie hinzu.

Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands setzt sich schon lange für Klimagerechtigkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung ein. Seit 2018 ist die KLJB offiziell als Beobachter*innenorganisation der UN-Klimaverhandlungen akkreditiert.

Gerne vermitteln wir Interviews mit den KLJB-Delegierten in Dubai.

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Delegierte beziehen Position zu neuen Gentechniken

Rhöndorf, 23. Oktober 2023. Am vergangenen Wochenende kamen Delegierte aus dem gesamten Bundesgebiet zum Herbst-Bundesauschuss der Katholischen Landjugendbewegung in Kronberg im Taunus zusammen. Seit Freitagabend trafen sich die rund 45 Vertreter*innen aus den KLJB-Diözesanverbänden, um gemeinsame Beschlüsse zu fassen, zu wählen und über die aktuelle Situation des Verbandes zu diskutieren. Inhaltlich beschäftigte sich der Ausschuss vor allem mit der Frage zum Umgang mit neuen Gentechniken in der Land- und Ernährungswirtschaft.

Förderung von Jugendverbandsarbeit bleibt aktuelles Thema

Dem Ausschuss vorausgegangen waren Wochen des Bangens um die zukünftige Ausstattung des Kinder- und Jugendplans (KJP), aus dessen Mitteln u.a. auch Gremien wie Bundesausschüsse finanziert werden. „Auch wenn eine Kürzung der Mittel vorerst vom Tisch ist, atmen wir nicht vollends auf. Ein Gleichbleiben der Fördersätze kommt angesichts der aktuellen Inflation und der berechtigten Erhöhung der Gehälter im TVöD einer Kürzung gleich. So blieb uns trotz vielfältiger Sparmaßnahmen im Verband auch der Beschluss eines negativen Haushaltsplans für 2024 nicht erspart. Wir brauchen eine bedarfsgerechte Ausstattung, um Jugendverbandsarbeit zukunftsfähig zu machen.“, mahnt KLJB-Bundesvorsitzender Jannis Fughe.

KLJB bezieht Stellung zur Gentechnik in der Pflanzenzüchtung

In ihrem Beschluss „Neue Technologien in der Pflanzenzüchtung – Gene Editing den Weg ebnen“, der vom Bundesarbeitskreis Ländliche Entwicklung beantragt wurde, fordert die KLJB die Berücksichtigung des wissenschaftlichen Fortschritts und des Potentials der Technologien bei der Bewertung von neuen Gentechniken. Gleichzeitig wird deren angemessene Regulierung als unabdingbar erachtet, um missbräuchlichem und profitorientiertem Einsatz einen Riegel vorzuschieben. Wichtige Aspekte sind dabei u.a. das Verbot von Patentierungen, die Einhaltung nachhaltiger Entwicklungsziele sowie die Transparenz durch Produktkennzeichnungen. Die KLJB hält im Beschluss entsprechend fest, „dass sich die Risiken und Bedenken gegenüber des Einsatzes neuer Gentechniken in der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelversorgung weniger auf die Technik selbst, als auf deren Rahmenbedingungen und unangemessene Anwendung beziehen.“ Die Bundesvorsitzende Sarah Schulte-Döinghaus hebt hervor, dass „gezüchtete Pflanzen, die auch zufällig mittels Mutationszüchtung oder durch äußere Einflüsse entstehen können, kennzeichnungsfrei angebaut werden sollen. Wir müssen aber gleichzeitig auch unsere Anbaustrategien weiterentwickeln, Ernährungssouveränität stärker entwickeln und auch unser Konsumverhalten anpassen“.

Ereignisreiches Jahr 2024 liegt vor dem Verband

Neben dem Beschluss der Finanzen für das kommende Jahr, haben die Delegierten auch auf kommende Gremien und Veranstaltungen geblickt. So hat u.a. der Bundeswahlausschuss Werbung für das Bundesvorstandsamt gemacht, da im März 2024 alle Plätze neu zu besetzen sind. Vom 18. bis 21. April 2024 findet darüber hinaus die 72-Stunden-Aktion statt, bei der sich wieder tausende junge Menschen in ihren Gruppen vor Ort sozial und ehrenamtlich engagieren.

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Ernährung und Lebensräume in ländlichen Räumen Kenias sichern

Rhöndorf, 29. September 2023. KLJBler*innen aus dem ganzen Bundesgebiet setzen am Sonntag, den 1. Oktober 2023 im Rahmen des Erntedankfestes ein Zeichen für internationale Solidarität und eine lebenswerte Zukunft weltweit. Das Erntedankfest hat für die KLJB als Jugendbewegung in ländlichen Räumen eine besondere Bedeutung. Zu diesem Anlass danken KLJBler*innen für Wetter, Böden und die Erträge aus der harten landwirtschaftlichen Arbeit, aber machen auch auf Ungerechtigkeiten, Herausforderungen und Probleme, besonders in ländlichen Regionen weltweit, aufmerksam.

Mit Minibroten die Welt ein Stück besser machen

Seit vielen Jahren wird die Minibrotaktion in der KLJB bundesweit zu Erntedank durchgeführt. Dabei backen in ganz Deutschland KLJB-Ortsgruppen alleine oder mit den Bäckereien der Region kleine Brote, um sie nach dem Erntedankgottesdienst zu verteilen und zu Spenden für soziale Projekte aufzurufen. Damit machen sie auf den Hunger und die Ungerechtigkeiten in der Welt aufmerksam. „Wir sind dankbar für die Gaben, die uns unsere Erde jedes Jahr schenkt. Wir sehen dabei aber selbst in Deutschland bereits, wie sehr die Klimakrise die Landwirtschaft verändert. Wir sind uns bewusst, dass die Landwirtschaft und damit auch die Ernährung der Bevölkerung in vielen Regionen im Globalen Süden durch die Klimakrise und ihre Folgen noch viel stärker gefährdet sind. Der Anstieg von Armut, Hunger und Kinderarbeit im landwirtschaftlichen Sektor in vielen Regionen dieser Welt ist besorgniserregend. Mit der Minibrotaktion wollen wir auch diese Entwicklungen aufzeigen und dazu beitragen, die Welt ein kleines Stück besser zu machen“, erläutert der KLJB-Bundesvorsitzende Jannis Fughe.

Lamu Jamii – Empowerment junger Menschen in Kenia

Eines der Projekte, das von vielen KLJB-Ortsgruppen deutschlandweit durch die Minibrotaktion unterstützt wird, ist das Projekt Lamu Jamii im Nord-Osten Kenias, das bereits seit rund zwanzig Jahren junge Menschen in ländlichen Regionen empowert. In Kooperation von SACDEP (Sustainable Agriculture Community Development Programme Kenya), ILD (Internationaler Ländlicher Entwicklungsdienst) und KLJB werden rund 1.700 Kleinbäuer*innenfamilien und 660 Jugendliche unterstützt, sich eine Zukunft auf dem Land aufzubauen.

Eine große Herausforderung in Kenia liegt darin, dass viele Menschen, besonders Jugendliche, keinen Zugang zu Banken und Krediten haben, um ihre Geschäftsideen umzusetzen oder ihren landwirtschaftlichen Betrieb aufzubauen. Durch Community-basierte Mikrokreditsysteme und Schulungen zur ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft erreicht die SACDEP genau die Menschen, die von anderen Sozialsystemen abgehängt wurden. „Wir freuen uns sehr, die SACDEP bereits so lange bei ihrer tollen Arbeit unterstützen zu können. Die Spenden, die von den KLJB-Ortsgruppen bei der Minibrotaktion gesammelt werden, sind dabei eine sehr große Unterstützung für diese wichtige Arbeit“, erklärt Jannis Fughe.

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20 junge Menschen aus Kenia und Deutschland kommen in Thika zusammen

Bad Honnef, 22. August 2023. Am vergangenen Wochenende startete der internationale Fachkräfteaustausch der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) in Thika, rund 60 Kilometer nördlich von Nairobi/Kenia. Bereits in den vergangenen Monaten trafen sich Jugendliche aus ländlichen Räumen Kenias und Deutschlands mehrfach, um sich digital kennenzulernen und sich über Landwirtschaft und deren Herausforderungen durch die Klimakrise auszutauschen. Nun können die Jugendlichen sich für den Zeitraum von zweieinhalb Wochen auch persönlich in Kenia sehen und miteinander und voneinander lernen. Dabei gibt es viel zu erleben, denn der kenianische Projektpartner, das Sustainable Agriculture Community Development Programme (SACDEP Kenya), führt mir seiner Expertise diverse Projekte in ganz Kenia durch. Der Schutz der Mangrovenwälder, Aufforstung als CO2-Senke wie auch die Umstellung auf ökologische diversifizierte Landwirtschaft für Einkommenssicherheit stehen dabei im Fokus. Gemeinsam wollen die Jugendlichen sich weiterbilden und aus den verschiedenen Perspektiven neue Projektideen entwickeln, wie mit der Klimakrise in der Landwirtschaft präventiv umgegangen werden kann, aber auch eine Anpassung an die Veränderungen geschehen kann, um die Ernährung in den jeweiligen Ländern langfristig und nachhaltig zu sichern.

Lamu Jamii, so nennt sich das bereits laufende gemeinsame Projekt in Kenia, bei dem die Mitarbeiter*innen der SACDEP über 1.000 Landwirt*innen, besonders Frauen und jungen Menschen in ländlichen Regionen, durch Schulungen, Multiplikator*innen- und Netzwerkarbeit Perspektiven auf dem Land bieten.

Partnerschaftlich die Welt gestalten

„Es ist uns besonders wichtig, dass die Teilnehmer*innen die Chance haben, Lebensrealitäten und die Perspektiven auf die Klimakrise in der Landwirtschaft in beiden Ländern zu erleben“, erklärt Jannis Fughe, Bundesvorsitzender der KLJB. „Deshalb entwickeln die Jugendlichen gemeinsam die Projektideen und werden nach einer Begegnung in Kenia im kommenden Jahr auch eine Rückbegegnung in Deutschland organisieren, um gemeinsam weiter am Ball zu bleiben“, betont er. Die Erfahrungen der Teilnehmer*innen beider Partner werden anschließend aufbereitet und durch Multiplikator*innen in beiden Ländern weiter verbreitet.

 

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Seit 2018 ist die KLJB offiziell als Beobachtungsorganisation der UN-Klimaverhandlungen akkreditiert. Für die nächste große Klimakonferenz (COP28) im November/Dezember 2023 in Dubai suchen wir ab sofort Bewerber*innen für unsere KLJB-Delegation.

Waldbrände, Überschwemmungen, Hitzewellen: Wenn es so weitergeht steuern wir geradewegs auf eine Klimakatastrophe zu! DU willst etwas verändern? Dann sei Teil der offiziellen KLJB-Delegation bei der COP28 in Dubai, tausche dich mit jungen Menschen aus der ganzen Welt aus, treffe hochrangige Politiker*innen und trete aktiv für mehr Klimagerechtigkeit ein!

Eure Bewerbung könnt ihr bis spätestens zum 16. Juli 2023 hier einreichen.

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Frühjahrsbundesausschuss der KLJB fordert mehr Solidarität mit Menschen auf der Flucht

Würzburg, 19. Juni 2023. Der Frühjahrsbundesausschuss der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands tagte am vergangenen Wochenende in der Jugendbildungsstätte Unterfranken in Würzburg. Die Delegierten aus dem gesamten Bundesgebiet arbeiteten gemeinsam an der strategischen Ausrichtung des Verbandes, berieten über Anträge und wählten ein neues Mitglied der Bundesschiedsstelle. Zudem fasste der Bundesausschuss einen Beschluss zur Europäischen Asylpolitik.

EU-Reformvorschlag der GEAS ist menschenunwürdig

Bereits 2015 und 2019 forderte die KLJB in Beschlüssen Solidarität mit Menschen auf der Flucht. „Die angestrebte Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) veranlasst uns ein weiteres Mal, unsere Position zu bekräftigen und uns für einen uneingeschränkten Schutz von Geflüchteten stark zu machen“, erklärt die Sprecherin des Bundesarbeitskreises Internationale Entwicklung Judith Böckle. Jannis Fughe, KLJB-Bundesvorsitzender, kritisiert: „Die massive Verwässerung der Kriterien für vermeintlich ‚sichere Drittstaaten‘ und die verpflichtenden Grenzverfahren unter haftähnlichen Bedingungen machen eine sichere Flucht unmöglich. Selbst Minderjährige und Familien mit Kindern können zu menschenunwürdigen Bedingungen über Monate in Haftlagern festgehalten und bei Ablehnung des Asylantrags umgehend zurückgeschickt werden.“

Menschenrechte hören nicht an den Grenzen Europas auf!

„Asylsuchende brauchen Schutzräume, keine Haftlager. Das Festsetzen von Migrant*innen an den EU-Außengrenzen in Haftlagern bietet diesen Schutz nicht. Die besondere Gefährdung vulnerabler Gruppen, wie Frauen*, Kinder, Jugendliche und queerer Menschen (LGBTQIA+) wird dort noch verstärkt. Deshalb lehnen wir Haftlager für Asylsuchende entschieden ab“, stellt der Bundesvorsitzende klar. „Wir fordern die Abgeordneten des Europäischen Parlaments sowie die EU-Mitgliedsstaaten dazu auf, den Reformvorschlag maßgeblich zu überarbeiten, damit sich die bereits jetzt erschütternde Menschenrechtssituation an den EU-Außengrenzen nicht noch weiter verschlechtert“, schließt Fughe.

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