Landwirtschaft und Agrarpolitik

Die nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft ist für die KLJB eine Herzensangelegenheit. Die vielfältige Zusammensetzung unseres Verbandes bietet die Chance, Landwirtschaft ganzheitlich zu sehen und die unterschiedlichsten Blickwinkel zusammenzuführen. Der Bundesarbeitskreis Fragen des ländlichen Raums (BAK Land) beschäftigt sich unter anderem intensiv mit dem Thema Agrarpolitik. Die KLJB ist gefordert, zugleich solidarisch und kritisch mit der Landwirtschaft zu sein. Solidarisch, weil die Entwicklung des ländlichen Raumes an der Zukunft der Landwirtschaft hängt. Kritisch und warnend muss sie sein, um Fehlentwicklungen aufzuzeigen, Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken und der Verantwortung für die Schöpfung und die kommenden Generationen gerecht zu werden.

Dringenden Handlungsbedarf sieht die KLJB etwa bei der sich abzeichnenden Konkurrenz von Lebensmittelproduktion gegenüber dem Anbau von Energiepflanzen. Deutschland importiert jedes Jahr Millionen Tonnen Futtermittel, während deutsche Landwirte verstärkt Bioenergie-Pflanzen anbauen. In den Ländern, in denen die Futtermittel angebaut werden, leidet die einheimische Bevölkerung häufig an Hunger. Nach Meinung der KLJB muss die Förderung von Energiepflanzen an die Bedingung geknüpft werden, dass die lokale Lebensmittelversorgung gewährleistet ist und Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.

Die KLJB betont die wichtige Rolle der Landwirtschaft für den weltweiten Artenschutz. Intensive Landwirtschaft, Zersiedelung und Umweltverschmutzung tragen zu einem dramatischen Rückgang der Arten bei. In den letzten 40 Jahren ist die weltweite Artenvielfalt um fast ein Drittel gesunken. Eine ökologische, ressourcenschonende und regional angepasste Landwirtschaft kann dieser Entwicklung entgegenwirken. Die KLJB fordert mehr Unterstützung dieser Bewirtschaftungsformen und mehr Forschung auf diesen Gebieten.

Neben der Politik wendet sich die KLJB mit ihren Appellen auch an Verbraucherinnen und Verbraucher. Mit unseren Konsumentscheidungen beeinflussen wir täglich auch die Zukunft der Landwirtschaft – beispielsweise in der Frage, ob wir regionale oder importierte Waren kaufen.

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